Schwarzgesagt® - Der Szene-Podcast

mit Gatto Nero und Steve von Schwarzgesagt

Schwarzesrauschen

Episode 89

11.09.2026 120 min

Zusammenfassung & Show Notes

[1,9917 CSE*] Dass die Schwarze Szene auch abseits der Musik viele künstlerische Facetten zu bieten hat, ist wohl jedem bewusst. Meistens finden diese aber in ihren separaten Nischen und Echokammern Statt: Grafische Kunst, Poesie & Lyrik, gestaltende Kunst - sie stehen meist für sich und werden losgelöst von anderen Elementen präsentiert, verhandelt und verstanden.

Tinka und Tim, die das Berliner Kunstkollektiv "Schwarzesrauschen" bilden, gehen hingegen einen anderen Weg.
Sechs Frauen, sechs Songs, sechs Gedichte und sechs Fotografien: Im Kunstprojekt SAINTS beschäftigen sich die beiden mit Hildegard von Bingen, Klara von Assisi, Mechthild von Magdeburg, Katharina von Siena, Teresa von Ávila und Johanna von Orléans.

Die Künstler veröffentlichen ihre Musik als Sunny Doom. Ihr Sound bewegt sich zwischen Dark Folk, Ambient, Gothic und experimenteller Musik. Für SAINTS betrachten sie die sechs Frauenfiguren der christlichen Geschichte aus einer gegenwärtigen, feministischen Perspektive.

Gatto Nero und Steve sprechen mit ihren Gästen darüber, warum gerade diese sechs Frauen Teil des Projekts wurden, wie aus historischen Biografien künstlerische Figuren entstehen und wie Musik, Gedichte und Fotografien ineinandergreifen. Außerdem geht es - insbesondere beim Rückblick auf das vorherige Album Devotion - um Hingabe und Selbstbestimmung, um Mystik und christliche Bildwelten in der schwarzen Szene und natürlich um die Frage, was zuerst da ist: Bild, Text, Klang oder einfach eine bestimmte Stimmung.

Mehr zu Sunny Doom und schwarzesrauschen:
 [*Chrissi-Schmink-Einheiten] 

Schwarzgesagt® – der Szene-Podcast ist eine unabhängige Produktion von Gatto Nero, Steve von Schwarzgesagt und Mic Meik. Von der Szene – für die Szene.

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Schwarzgesagte Grüße von Gatto Nero, Steve und Mic Meik in der Technik.

Bis zur nächsten Folge.
🦇🖤🦇

Transkript

Gatto Nero
00:00:52
Herzlich Willkommen zu Schwarzgesagt.
Steve
00:00:55
Es sitzen zusammen.
Gatto Nero
00:00:57
Gatto Nero
Steve
00:00:58
und Steve, hallo. Hallo. Na, wer hat da ein bisschen Reibeisenstimme heute?
Gatto Nero
00:01:05
Ja, ich mich hatte schön pünktlich zum Urlaubsende eine fiese, ja ich weiß nicht, so eine 3-tages fiese Erkältung erwischt.
Steve
00:01:15
Ah, das
Gatto Nero
00:01:16
ist blöd, wenn der
Steve
00:01:17
Urlaub so ausklingt.
Gatto Nero
00:01:18
Ja, muss nicht sein, ich hätte mir auch gerne dann noch 2 Tage freigenommen, aber war jetzt nicht so möglich, so gut, egal. Also jetzt geht's schon wieder langsam, ich höre mich eben nur noch so ein bisschen mülleimerisch an.
Steve
00:01:34
Also, weiter gute Besserung dann. Und jetzt muss ich aber trotzdem fragen, Gatto, wir sind 2 Wochen weiter. Wie weit ist dein Kreativprojekt? Was macht die Jacke?
Gatto Nero
00:01:45
Ja, also ich hatte dir ja erzählt, oder ich hatte euch allen erzählt von den Büchern, von der Bücherkette, die ich machen möchte. Und einige haben es schon gesehen, du auch. Also sie ist fertig. Ich habe mir eine Modelliermasse besorgt und habe aus Modelliermasse kleine Bücher hergestellt mit Edgar Allan Poe- Covern, die dann auch wieder inspiriert waren zu meiner Jacke. Danke schön. Ja, und dann habe ich noch so ein paar andere kleine Gimmicks eingebaut in die Jacke. Ich will auch nicht so viel verraten, also es ist wirklich schon obsessiv. Also ich habe wirklich ihre Sachen mit eingebaut. Also was ganz niedlich ist, aber vielleicht ist es dann eine Überraschung, wenn ich ein Video mache und etwas zu der Jacke erzählen werde, dann sieht man auch diese ganzen kleinen Verstecke, wo ich noch Sachen eingebaut habe. Ja.
Steve
00:02:38
Ich bin sehr gespannt. Ich bin ja nun absolut kein Po-Kanal. Dem Punkt für Punkt. Aber ich werde es dennoch zu schätzen wissen, weil ich einfach diese Kreativität dahinter unfassbar toll finde.
Gatto Nero
00:02:51
Ja, das ist, was Schlimme ist, wenn Kreativität ins Rollen kommt. Weißt du, das hört irgendwie nicht auf und bei mir war es eben diese Obsession mit Edgar Allan Poe und die inspiriert mich sogar so weit, dass ich eine fertige Gothic-Novelle im Kopf habe, die ich geschrieben habe, aber noch nicht zu Papier gebracht. Ich habe schon die Überlegung, ob ich es nicht jetzt endlich mal schaffe, sie aufzuschreiben. Die muss ja nicht ewig lang sein wie ein Roman, aber so 100 Seiten vielleicht. Es wäre schade drum, weil sie ist wirklich von Anfang bis Ende fertig.
Steve
00:03:29
Also ich wittere da ein Hörbuch am Ende dieses Kreativ-Tunnels.
Gatto Nero
00:03:35
Ich bringe mich nicht auf Ideen. Also das geht ganz schnell.
Steve
00:03:41
Vielleicht können wir es ja zweistimmig einlesen.
Gatto Nero
00:03:44
Ja, wir schauen mal, mal schauen. Ja, aber sonst ist sie fast fertig. Ich habe jetzt soweit eigentlich alles. Ich bin nur um überlegen, ob ich nicht hinten doch noch. Die Ärmel hinten sind ja noch schwarz und der Rückenaufnäher hinten ist ja unten die Geschichten mit Jahreszahl und da habe ich überlegt, ob ich nicht noch hinten auf die Jacken Ärmel noch Gedichte schreibe. Aber das weiß ich noch nicht.
Steve
00:04:15
Also, Wo ich das jetzt so höre: Machen!
Gatto Nero
00:04:17
Machen, okay.
Steve
00:04:19
Ja,
Gatto Nero
00:04:20
okay. Gut, so viel zu mir, aber du bist ja auch sehr kreativ, habe ich mitbekommen. Also jedenfalls gedanklich mit deinem Brainfog. Magst du da mal etwas drüber erzählen?
Steve
00:04:34
Also es war wirklich ein Moment von, das mache ich jetzt einfach mal, weil mir ging da ein Gedanke durch den Kopf und dann habe ich den genau dieses Format gebracht und dann habe ich da, okay, kann ich auf der Schiene mal weiterdenken und ich mich versah, hatte ich glaube ich irgendwie schon so fünf von diesen Postings quasi oder von diesen Gedanken aufgeschrieben und habe gedacht, ja, das kann man ja auch mal weiterführen und das hat ein bisschen Fahrt aufgenommen, weil zwischendurch sind immer mal welche dabei, die unerwartet Trenden in Anführungsstrichen, also die dann ein paar Repost bekommen. Es wird relativ fleißig kommentiert, also unter einigen ganz, ganz viel oder ein paar anderen nicht so, nicht so doll, aber es ist eine Interaktion da, die ich total schön finde und es hat sogar jemand gesagt, Mensch, du holst mich damit immer total ab und ich reflektiere danach auch mich immer, wenn ich die Sachen gelesen habe, fand ich total schönes Feedback und herzliche Grüße schwarzgesagterweise gehen hier raus an Rush. Ganz vielen Dank für diesen kleinen Austausch an der Stelle und ja, ich weiß nicht, wo das hinführt, ich bin ein bisschen vorgeplant, bis glaube ich Beitrag 22 stand am zweiten neunten, also noch bis Ende des Ende der Woche. Ich schreibe an weiteren und gucke einfach mal, wo das hinführt, so dies’ Jahr gibt’s ja keinen Urlaubsspam, wo ich ja keine Lust zu hatte und das ist jetzt etwas, was dann kreativ weiter läuft und wenn mir irgendwann nichts mehr einfällt oder es mir zu blöd wird, dann endet das genauso abrupt wie es begonnen hat.
Gatto Nero
00:06:19
Ja, das mit dem Urlaubsspam hat ich gesehen, ich hink ja auch so ein bisschen hinterher, ich merke immer, ich kriege mich alles mit, weil ich bin ja immer nicht so oft auf Insta, weil ich gerade ja so kreativ bin, aber ich werde noch mal schauen, was du dann alles geschrieben hast. Hast du denn, was mich interessiert, hast du denn das Gefühl, dass du auch bestimmte Ansichten änderst, wenn du darüber diskutierst oder also beflügelt dich nur so oder hast du das Gefühl, oh, mir geht jetzt ein Gedanke durch den Kopf, ich muss ihn jetzt rausschreiben und dann ist das weg?
Steve
00:06:51
Nee, also das meiste handelt ja von mir, also es kommt alles aus mir heraus, in einigen Dingen ist es, in einigen Themen ist es selbst ironisch, wo ich dann auch darauf heiße, gerade dieses Thema mit dem Verfall, also das 10 ist ja und dann war einfach mein Text da drunter so, ja, dann fingen mir an die Haare auszufallen und plötzlich war Verfall scheiße. So und dann, das ist dann selbst ironisch und natürlich auch mit ein bisschen Wehmut, weil ja, das, ich kann das aushalten, ich werde da auch nichts gegen tun stand heute, aber es nervt mich tatsächlich, macht mich ja aber nicht fertig, aber schön fand ich ein Kommentar da drunter so, ja, um Verfall zu zitieren, und sogar den Mona Lisa verfällt und das ist ja auch immer mein Spruch an der Stelle, ich sage ja, gut, am Ende sogar die Mona Lisa verfällt. Das ist so die eine Seite und die andere sind dann Dinge, wo ich sage, ja, da hat es dann eher was mit der Szene zu tun und da hatte ich vor einiger Zeit einen kleinen Austausch mit einer Followerin und diese Geschichte mit dem, ja, ihr könnt ja alle sein, wie ihr wollt und das ist überhaupt kein Problem in der Szene, alle tolerant und super und so, ja, und dann eben da so, was ist das denn hier, verpiss dich mit einem Unheilig-Shirt, was wollen wir nicht neben unserem Campground haben, weißt du? So, das kam nicht von mir, das kam von da, aber ich habe das einfach mal aufgeschrieben und das war einer von den Beiträgen, die tatsächlich mit am meisten geripostet wurden und auch mit am meisten Views, ich glaube tatsächlich über 9000 Anzeigen irgendwie, das ist jetzt natürlich alles, ins Steves Maß ist es viel, gemessen an dem, was da draußen an Kram rumgeistet ist, das ist natürlich nichts, das ist mir bewusst, aber ich mache es ja auch nicht für jemanden, ich freue mich, wenn das jemanden berührt, was ich da schreibe oder irgendwie zum Nachdenken anricht und auch zum diskutieren, das mache ich auch total gerne mit, so lange ich kann und Zeit dafür habe und im Moment habe ich die.
Gatto Nero
00:09:08
Ja und manchmal muss Kreativität ja auch einfach nicht dafür da sein, um anderen Leuten zu gefallen oder damit Geld zu verdienen oder sonst irgendwie Likes zu generieren, sondern einfach weil es aus einem heraus muss und ich glaube, das ist auch, das ist auch eigentlich so ein Übergang zu unserem heutigen Thema.
Steve
00:09:30
Ja, also ich glaube, das wird einer der absolut kreativsten Podcast-Episoden, die wir hier hatten. Wir haben uns zum zweiten Mal in Folge Künstler eingeladen, die Musik machen, aber die machen noch viel mehr und ich bin total gespannt, schon aus der Vorrecherche, wie dieses Projekt entstanden ist und oder diese Projekte, muss man ja sagen. Und ja, ich glaube, diese Episode kann genau das, was der Titel schon sagt, ein ganz tolles Schwarzesrauschen werden.
Gatto Nero
00:10:10
Herzlich Willkommen, Tim und Tinka.
Steve
00:10:13
Moin moin. Moin moin.
Gatto Nero
00:10:16
Ja, schön, dass ihr da seid. Hallo. Hi. Ihr beide bildet ja das Berliner Kunst Kollektiv Schwarzesrauschen.
Steve
00:10:26
Wenn
Gatto Nero
00:10:27
jemand noch nicht von euch gehört hat, was ist Schwarzesrauschen, mögt ihr euch ein bisschen vorstellen?
Tinka
00:10:33
Gerne. Soll ich anfangen oder willst du?
Tim
00:10:36
Ja, mach du doch.
Tinka
00:10:37
Okay, wir haben das eigentlich so ein bisschen von hinten aufgezogen. Wir hatten erst mehrere Einzelprojekte und haben uns irgendwann überlegt, wie wir die zusammen bündeln können, weil wir zusammen inzwischen Fotos machen, Texte schreiben und auch Musik und alles, was so dazugehört und dazwischen liegt, gerne auch Videos. Genau, und irgendwann war die Frage, okay, wie kann man das so ein bisschen bündeln und wie kann man das nennen? Und ich weiß gar nicht mehr, ich glaube du, Tim, hat das Schwarzesrauschen vorgeschlagen, als wir gebrainstormt haben?
Tim
00:11:11
Ich glaube, wir hatten ungefähr 6433 Zusammenstellungen von interessanten Worten und ja, dann poppte Schwarzesrauschen und dann merkt man das ja, es macht dann Moment. Das lassen wir mal ein bisschen zirkulieren, aber eigentlich war in dem Moment schon klar, dass es genau das, was uns auch ausmacht.
Tinka
00:11:29
Ja. Das stimmt, so hat das eigentlich angefangen. Inzwischen, das Symbol ist ja quasi so ein Asterisk, der von Punkten umgeben ist, das haben wir uns dann auch im letzten Jahr tätowieren lassen. Einfach auch so ein bisschen als immer wieder Rückbesinnung da drauf, dass wir zusammen Kunst machen wollen und kreativ sein.
Steve
00:11:50
Ja, also wir haben gerade beide gelächelt, weil diese Art Namensfindungen, die kamen uns glaube ich beiden gerade bekannt vor, Gattu.
Gatto Nero
00:11:59
Ich habe mich erinnert an dieses große Bild, wo wir alles aufgeschrieben haben, diese Mindmap mit allen möglichen Namen und ja, bei Schwarz gesagt hat es, glaube ich, bei uns auch Klick gemacht.
Steve
00:12:10
Ja,
Gatto Nero
00:12:10
genau so
Tinka
00:12:11
ist
Gatto Nero
00:12:11
das.
Steve
00:12:12
Ja, genau. Also nur für das Protokoll, ihr seid ein Paar.
Tinka
00:12:16
Ja, wir heiraten übermorgen.
Sprecher unklar
00:12:20
Es
Steve
00:12:20
ist ja nicht zu fassen, um Himmels Willen und dann nehmt ihr euch zwei Tage vorher noch Zeit, um hier zu podcasten.
Gatto Nero
00:12:27
Ganz entspannbar. Wahnsinn.
Steve
00:12:30
Okay, gut, also ja, dann dafür wünschen wir natürlich von Herzen alles gut. Danke sehr. Es gibt dann ja aber noch einen weiteren Namen, der durch eure Vita geistert, neben Schwarz ist Rauschen, das ist Sunny Doom. Was hat es dann damit auf sich?
Tinka
00:12:49
Da lasse ich dir jetzt mal den Aufschlag.
Tim
00:12:52
Ich habe einen guten Freund in Berlin, der hat Kurzfilme gemacht, fünf Kurzfilme, die zusammen einen ganzen Film ergeben über eine Geschichte von H.P. Lovecraft und zwar A Color Out of Space und der hat dann ein Film gemacht, den gezeigt, noch ein Film gemacht und die sind dann immer nur 15, 20 Minuten und ich hatte zum zweiten, zur zweiten, oder Premiere des zweiten Teils hatte ich im Vorprogramm Musik gemacht. Er hat eigentlich eine Band, die das ganze live begleitet und bei dem vierten Teil hat er gesagt, ich will den fünften richtig groß machen, denn das ist das Finale, da kommen alle Teile zusammen. Ich, die Band probt das auch, aber für den vierten Teil habe ich einen kleineren Raum, klein hieß dann 60 Leute oder so, haben einen Platz gehabt und er hat gefragt, kannst du nicht live den Soundtrack machen? Da habe ich gesagt, lass uns doch zusammen den Soundtrack machen. Ich habe Tinka gesagt, du musst jetzt Klavier spielen. Dann habe ich gesagt, ja dann lerne ich Klavier, das ist ja kein Problem. Wir müssen den Gesang zusammen üben, wir müssen Song dafür machen. Kannst du den Text schreiben? Kannst du ein bisschen den Text schreiben? Ich wusste, dass Tinka Gedichte schreiben kann. Ich wusste, dass sie ein wahnsinnig gutes Gehör hat. Ich wusste, dass sie jeden Text, den es, der jemals in einem Song hier durch die Wohnung gegeistert hat, auswendig konnte, wo ich will, dass es gibt es hier. Ich kann mir meine eigenen Texte manchmal nicht merken und sie konnte jeden Song den alles mitsingen und das war eine spontane Sache. Lass uns doch den Soundtrack zusammenmachen. Und so hat sich das ergeben. Der Name ist schon mal aus Witz irgendwie entstanden. Ich kam immer musikalisch aus dem Bereich Doom, das war Doom, ich glaube sie hat irgendwann gesagt, Sunny Doom und das war sofort, ja das machen wir. Aber auf einmal stand dann diese Premiere da auf der Tür und irgendwann gesagt, okay wir machen mal ein Logo, wir machen mal ein Foto, wir überlegen mal uns, was wir machen wollen und haben dann diese Live Performance zu diesem, da war es ein Kurzfilm gemacht und das hat so viel Spaß gemacht
Tinka
00:14:52
und
Tim
00:14:53
wir haben super Feedback bekommen und dann war das so, okay was machen wir dann als nächstes. Wir haben schnell gemerkt, es wird jetzt nicht eine klassische Band, dass wir jetzt proben unsere Songs, sondern es war klar, wir werden das Projekt bezogen machen
Tinka
00:15:05
und
Tim
00:15:06
haben dann überlegt, was wäre denn das nächste Projekt, haben uns ein Projekt überlegt und dann daran gearbeitet, textlich, musikalisch, visuell. Wie soll das alles auszählen? Ja, da kam es zu Sunny Doom. Ich könnte jetzt weiter erzählen, aber ich dachte, ich lasse mal Raum für Zwischenfragen.
Gatto Nero
00:15:24
Da habe ich auch direkt eine. Bei euch treffen ja Musik, Gedichte und eben auch diese visuelle Kunst aufeinander. Ich möchte gerne wissen, wie entsteht bei euch so ein Werk, also kommt zuerst der Text oder habt ihr da Musik im Kopf oder habt ihr vielleicht ein Bild oder eine Stimmung? Ich glaube, das
Tinka
00:15:42
wechselt immer ein bisschen. Die letzten Projekte sind meistens aus den Bildern raus entstanden, wenn ich mich richtig erinnere, also
Steve
00:15:51
unser
Tinka
00:15:53
Nebenprojekt sozusagen heißt One Pic, One Poem und da haben wir dann immer das so gemacht, okay Tim macht ein Foto und ich schreibe einen Text und dadurch, dass das dann im Monat immer sechs Bilder und sechs Texte waren, haben wir gedacht, oh das ist ja an sich auch nicht schlecht für ein Album zum Beispiel. Wie würde das den Kling, wenn man das jetzt vertont? Und so sind wir zumindest bei den Saints darauf gekommen und bei dem Devotion Album war es ein bisschen anders. Da hatte ich konkret Lust zu dem Thema, was zu machen und habe dann zuerst die Texte, glaube ich, geschrieben, aber schon als Songtexte und da haben wir dann erst hinterher überlegt, wie man das dann auch visuell umsetzen könnte. Genau, aber manchmal setzen wir uns auch ganz konkret hin und sagen, okay auf das und das Thema haben wir Lust, wie wollen wir das jetzt machen? Und dann eigentlich immer, wer die erste Idee hat, also Tim ist ja Fotograf und manchmal ist es so, dass er sagt, super das erste Bild würde ich mir so vorstellen, dann starten wir damit und ich schreibe die Texte zu den Bildern und manchmal sage ich auch, okay ich habe jetzt hier ein Text geschrieben, lass uns das mal umsetzen. Genau,
Gatto Nero
00:17:05
das mit Devotion hatte ich nämlich auch gelesen, dass es ja eigentlich als ursprünglich als Kunstprojekt begonnen hat und dann ist dann das Album draußen entstanden, hat mir auch sehr gefallen. Also fand ich interessant, es ist ja so eine Reise, die man dadurch lebt und das fand ich spannend, weil es ja so viele Aspekte hat. Es fängt an mit der Sehnsucht, endet mit Schmerz, total interessant. Aber ich
Tim
00:17:30
ja genau, ich glaube alles zusammen fing an mit wir waren frisch zusammen, ich fotografe, ich hatte Lust mal wieder auf Street Photography, also losziehen, die Lichter der Stadt nutzen, alles immer ein bisschen so ein Film noir-Style, also scharf, hartes Licht, harte Schatten und Tinka war einfach ein unfassbar dankbares Model, es hat so viel Spaß gemacht und wir haben so viele unglaublich schöne poetische Bilder gemacht und dann hatte sie gleichzeitig auch mir gezeigt, ich schreibe auch Gedichte und ich fand die Gedichte wahnsinnig gut und dann haben wir es kombiniert und irgendwann war es der logische Schritt, okay Tim, du machst die ganze Zeit Musik, ich habe viele Projekte und immer ist es so, wenn ein Projekt so ein bisschen ausläuft, suche ich mir etwas Neues und dann muss es auch der nächste Reiz werden und da war der Reiz natürlich zu sagen mit jemandem, der aus einer Textwelt kommt, gar nicht sagt, hey das muss klingen wie x und y und ich möchte das und das spielen, sondern total unbeschrieben ist, mir dann den Freiraum zu geben, okay wie entfaltet man das, macht man das ganz groß oder macht man es lieber ganz klein und ja für mich und zwar ist der logische Schritt dann irgendwann Sunny Doom zu machen und es wurde dann immer so was wie es kombiniert fast alles, was wir da machen und manchmal ist es das einzige, was uns dann beschäftigt, manchmal sagen wir, jetzt machen wir mal nur Gedichte und Text oder so, aber alle Bereiche anspielen es schon,
Gatto Nero
00:18:54
das macht Spaß,
Tim
00:18:55
das macht sehr viel Spaß ja.
Gatto Nero
00:18:57
Mit den Gedichten, das hat mich ja auch bei Poetic, wie spricht man es aus, richtig Poetic? Poetic Calyzum,
Tinka
00:19:07
ne?
Tim
00:19:07
Ja, Calyzum ist ein die ich fast gleich mehr weiß, was das war,
Gatto Nero
00:19:16
aber
Tim
00:19:17
wir mal ganz nicht mal da sprechen.
Gatto Nero
00:19:19
Okay, aber da fand ich eben auch das spannende wieder, die Bindung Musik und Gedichte, das fand ich ganz außergewöhnlich und hat mich auch gleich sehr gecatcht, die Texte, die du vorliest, vorträgst, in Verbindung mit der Musik also richtig schön und regt einen sofort zum Denken an. Was kann man so anders ausdrücken, als vielleicht mit einem üblichen Songtext? Glaubt ihr, das ist ein Unterschied?
Tinka
00:19:46
Für mich auf jeden Fall, also bei dem Poetic Calyzum, das war eigentlich nur so ein spontanes Zwischenprojekt, weil Tims erstes Album?
Tim
00:19:55
Das ne, erstes Album als Brother Team.
Tinka
00:19:57
Ja, genau. Das hieß Calyzum und irgendwann hat er mir mal erzählt, wovon die Songs handeln und daraus ist das entstanden, dass ich gesagt habe, erzähl mir mal nur, wovon der Song handelt und ich schreibe ein Gedicht dazu, was das quasi bei mir aufruft. Und dann hat er wiederum dazu dann die Musik gemacht, das heißt auch so ein bisschen fast wie Schlagabtausch. Und ich glaube, was für mich das Befreiende ist, ist, dass ich das Gefühl habe, ich kann da freier schreiben. Ich muss nicht auf sowas wie einen Refrain achten oder Reimschemata und wir gehen zwar auch relativ offen so an die Songs dran, aber ich merke in meinem eigenen Kopf habe ich dann auf jeden Fall diese Schrank und denke, ja, aber wenn das ein Songtext ist, dann muss der für mich eine bestimmte Länge haben und am besten eben sowas wie einen Refrain oder irgendwas, was sich wiederholt und vielleicht auch eine Geschichte erzählen. Und ich habe das Gefühl, wenn ich Lyrik schreibe, dann kann ich viel besser auch mal nur einen Moment einfangen, so einen bestimmten Moment und mir fällt das dann viel leichter.
Gatto Nero
00:21:03
Es wirkt auch ganz anders. Ich hatte das gemerkt, ich hatte damit gleich angefangen und ich stand am Bahnhof und hatte deine Stimme im Ohr und ich bin da viel mehr drin als bei so einem Songtext. Also das war schon ganz schön, special und schön. Ich dachte, wenn Leute mich jetzt beobachten, ich sehe sehr nachdenklich aus, die denken bestimmt auch gerade, das guckt die so. Aber ich war wirklich versunken und war sehr gut.
Tinka
00:21:31
Das freut mich. Ja, das ist voll schön. Ich habe das Gute ist, dass Tim natürlich auch so alles an Equipment mitgebracht hat. Das heißt, ich konnte auch direkt mich hinsetzen und zum Beispiel Sachen aufnehmen. Wir machen das ja dann hier im Zimmer und hier stehen eben alle Sachen, die man dafür braucht. Das ist eigentlich ein mehr oder weniger kleines Studio. Und dadurch ist, glaube ich, die Schwelle für mich auch niedriger, weil ich habe vorher gar keine Musik gemacht, nie auch nicht gesungen oder so. Und dadurch, dass ich das Gefühl habe, okay, das ist zu Hause, ist es noch
Gatto Nero
00:22:04
mal was
Tinka
00:22:04
anderes, als wenn wir dann in ’nen Probenraum gehen.
Gatto Nero
00:22:07
Bringst du dich da eine bestimmte Stimmung oder sagst du, egal, kann ich immer aufnehmen oder musst du da erst so einen
Tinka
00:22:11
bestimmten Vibe für
Gatto Nero
00:22:13
verspüren?
Tinka
00:22:15
An sich würde ich sagen, ich kann das eigentlich fast immer. Manchmal würde ich mir, glaube ich, wünschen. Ich müsste erst in so eine Stimmung kommen, aber ich merke, wenn ich das dann dreiviertmal gesungen habe, dann komme ich vorhin selber in die Stimmung. Und dadurch, dass ich ja selber die Texte schreibe, weiß ich ja auch sofort, was ich im Kopf hatte. Und ich glaube, das hilft dann auch. Wenn ich was anderes singe, dann muss ich da schon ein bisschen mehr drüber nachdenken sozusagen und mich reinfühlen. Aber wenn ich mir meine eigenen Texte vornehme, dann habe ich eigentlich sofort so einen Bild. Also bei Devotion hatte ich für jeden Song ein bestimmtes Bild im Kopf und das ist sofort aufgeploppt, wenn ich den Text gelesen habe.
Tim
00:22:53
Ich glaube, du hast dich besonders angezogen, bevor du die Sache eingesungen hast.
Tinka
00:22:57
Stimmt, für Devotion hatte ich besondere Anziehsachen. Du hast reich. Ja, das stimmt. Also ich würde nie in Alltagsklamotten einfach hier so rüber schlappen und das einsingen, sondern immer schon irgendwas bestimmtes. Stimmt, das reicht.
Tim
00:23:11
Nee, das stimmt ja.
Steve
00:23:13
Also jetzt muss ich mal zurückgreifen auf etwas, das ich mal hier an dieser Stelle kritisiert habe. Also das muss man sich jetzt mal reinziehen. Also einige Künstler schaffen es nicht, sich bei einem Auftritt in der zweitgrößten Bühne, die wir haben in der Szene, nämlich in der Agrarhalle, irgendwie mal ein bisschen schick zu machen, wenn sie auf die Bühne kommen. Und Tinka macht sich sogar schick für die Aufnahmen ihrer Songs. Das ist ja wohl bemerkenswert. Das wird man hören, glaube ich. Genauso, wie man ein Lächeln hören kann, kann man, glaube ich, auch eine gewisse Atmosphäre, die du dadurch in dir selber erzeugst, hören.
Tinka
00:23:52
Das stimmt. Und, was man auf jeden Fall hören kann, finde ich, ist, ob man Schuhe trägt. Tim hat irgendwann gesagt, er kann nicht einfach hier so stehen in Socken oder so, sondern so dieses Gefühl, was Richtiges an den Füßen zu haben. Und da habe ich gemerkt, ja, das macht einen Unterschied. Und ich glaube, es geht ja auch darum, wie ernst man das, also wie wichtig einem das ist und wie viel Bock man dann darauf hat.
Tim
00:24:17
Ja, besonders wenn man denkt, das, was man performt, ist eine Facette von einem. Und man möchte diese eigenen Facette aussagen, hey, komm mal raus aus der Dunkelheit, komm mal her. Du hast jetzt die Chance, dich zu zeigen und so, wie du in dem Moment natürlich sein möchtest. Und ich finde da genau, dass dazu es ist, manchmal wie ein kleiner Film, wie ein kleines Theaterstück, was man selber spielt, obwohl man das natürlich selber ist. Und ich denke, für uns gehört Kleidung auch dazu. Atmosphäre, man sieht es, ihr seht jetzt gerade den uninteressanten Teil des Studios, muss ich sagen. Alles, was interessant ist, ist alles voll mit Bildern. Es ist alles kleinere Bilder, große Bilder, die mich auch inspirieren, diese Verbindung schaffen zu. Ich bin jetzt die Person, die gerade im DM Einkaufen war. Und ich bin die Person, die jetzt gerade was einspielt, was performt und so. Das finde ich, ja, ich finde das wichtig. Ich teile das, wenn Bands auf der Bühne stehen, Künstler und ich denke, die laufen da wie Hutzel ’rum. Aber die Musik, finde ich, ergreifen, ist da immer so eine kleine Diskrepanz beim
Steve
00:25:25
Entstehen. Ja, man bleibt dran hängen und denkt dann darüber nach, statt sich auf die Musik zu konzentrieren.
Gatto Nero
00:25:33
Interessant, dass du es auch ansprichst mit der Dunkelheit gerade, in dem dritten Song von Devotion. Es gibt ja auch dieses Verstecken in der Dunkelheit und dieses sich fallen lassen oder hingeben. Und daraus entsteht ja die Freiheit. Da würde ich gerne nochmal darauf eingehen, inwiefern spielt es noch eine Rolle für euch. Ich glaube,
Tinka
00:25:52
wenn dann höchstens absichtlich, aber nicht mehr zum Verstecken, sondern eher um es quasi zu nutzen. Weil ich finde, dass per se nichts Schlechtes, wenn man sich dafür entscheidet. Ich mag lieber so Dämmerungsszenario, weder komplette Helligkeit, noch komplette Dunkelheit, sondern so die Zwischenräume. Das finde ich immer ganz interessant. Aber ich glaube, der Unterschied ist, genau, was Tim auch sagte, ob man sich quasi selber erlaubt, da rauszukommen oder ob man sich da eingeschlossen fühlt. Also ist es ein Schutzraum, den man möchte oder ist es ja ein Gefängnis. Und ich glaube, als Schutzraum finde ich das total schön. Aber das Gefühl zu haben, sich selber zu verstecken, das erinnere ich noch gut, so mit 15, 16. Ich auch. Genau.
Sprecher unklar
00:26:45
Wie
Steve
00:26:45
ist denn so eure Szenehistorie, so als Person, als Menschen und vielleicht auch dann als Künstler, je nachdem, wo ihr euch einordnet?
Tinka
00:26:56
Magst du anfangen?
Tim
00:26:58
Bei mir war das, glaube ich, schon klar. Es wird in die düster Richtung gehen. Ich war so ein kleiner, blonder Junge und alle haben sich gewundert, warum liebt er denn unter 10 war. Das Filme wie Tarantula, alte Dracula Sachen und so. Es ist entstanden. Ich konnte damals nicht mehr sagen, das ist eine Abgrenzung, das ist Rebellion, das ist irgendwas. Es ist die Faszination gewesen. Und die Faszination hat sich bei mir wie ein schwarzer Faden durch mein Leben gezogen. Und ich habe natürlich, kommt man dann an Szenen, aber die Szenen haben mich dann nicht definiert. Ich habe das Gefühl gehabt, ich komme, ich sehe, komme an einen Ort, wo ich vieles finden werde. Und für mich war das musikalisch, war das damals auf jeden Fall, ich bin mit Metal groß geworden, will ich sagen. Aber ich weiß, auch als ich bei meiner Mutter im Auto saß und sechs war, hat sie Juliane Werding oder so gehört. Und Conny Kramer starb und so. Das waren die Songs, die ich lange im Kopf hatte. Und dann denkst du, okay, ich habe ein Trauma von dir, ganz schlimm.
Tinka
00:27:59
Jeder hat dazu geweist. Es gibt
Tim
00:28:02
Bewegungen. Ich fand die Metal-Szene immer schwierig, weil ich immer das Gefühl hatte, man ist immer sehr schnell eingeengt. Und ich dachte, ja, ich muss nicht immer alles tragen. Ich muss nicht alles gut finden. Ich kann auch zu jemandem gehen und sagen, ja, ich mag Cannibal Corpse und ich mag Michael Jackson und mag beides mit Freude. Und dementsprechend Dunkelkleidung war immer ein Ding, selbst als Skater, weil ich der einzige, der Megadeth Text auf seinen Board gekritzelt hat. Aber nie, es hat sich nie angefühlt wie, oh, ich habe etwas entdeckt, das muss ich ausleben, sondern es hat sich natürlich angefühlt. Und das ist bis heute durch die Musik, die Musik ist immer düster. Die Bilder, die ich mache, sind fast immer düster oder haben eine düstere Note. Wir können auch Beavis und Butt-Head gucken und schlapp lachen. Aber wenn jemand sagt, das ist dein Lieblingsfilm, würde ich immer sagen, Lost Highway, David Lynch.
Gatto Nero
00:28:58
Und
Tim
00:28:58
es ändert sich dann einfach nie, dass diese Sachen einem am tiefsten Berührern am meisten reinziehen. Und bis jetzt, bis Sunny Doom. Das Ding ist, Sunny Doom ist für mich schon, der Name ist so geil. Wie kann man denn, wie kann man denn Sunny und Doom zusammen bringen? Das ist,
Sprecher unklar
00:29:19
es
Tim
00:29:19
ist für mich trotzdem ein düsterer Name, auch wenn es, es geht nicht in Richtung Jamaika, es geht eher Richtung Schottland, sag ich mal. Oh ja.
Tinka
00:29:27
Ich glaube, bei mir war es relativ früh, also ich war relativ eindeutig in der Gothic-Szene, vor allem als Teenager. Ich glaube, das hat so mit 13, 14 ungefähr so angefangen. Da gab es nämlich im Jahrgang über mir ein Mädel, die in der Gothic-Richtung war und die habe ich immer gesehen und hab gedacht, cool, so will ich auch sein. Und deswegen war das schon so ein bisschen eine bewusste Entscheidung. Aber mehr im Sinne von, ich habe mich da so erkannt gefühlt und hab gedacht, ja, das. Und dann habe ich natürlich angefangen, mir schwarze Klamotten zu holen. Und meine Mutter hat damals vor 23 Jahren gesagt, ja, das ist bestimmt nur eine Phase. Und durch die habe ich dann auch bestimmte Musik kennengelernt und kurz darauf durfte ich auch endlich feiern gehen. Und bei uns gab es das Musiktheater und da gab es einen abgetrennten Bereich, der hieß Dark Area und da war ich dann immer. Und dadurch, dass ich aus einer nicht so großen Stadt komme, war die Szene eben auch nicht so riesig und man kannte sich schnell. Und dann war das so ein bisschen so wie das, was ich eben beschrieben habe, so ein Schutzraum, um erst mal selber zu gucken, so was mir da gefällt oder auch, was ich jetzt nicht so gut finde, also sei es Musik oder auch bestimmter Stil oder so, wo ich gesagt habe, ah, das finde ich schön, aber das ist nichts für mich, ich will eher in die Richtung. Und dann gab es zwischendurch nochmal, das würde ich als Phase bezeichnen, so Anfang Mitte 20, wo ich dachte, nie, immer nur schwarz, das ist ja auch irgendwie langweilig. Dann habe ich nochmal versucht, ein bisschen was anderes zu tragen, habe dann gemerkt, nie, das ist es aber nicht. Und ich glaube, wir mussten beide auch ein bisschen schmunzeln, als wir uns kennengelernt haben und gemerkt haben, ah, er war ein Metalhead und ich war Gothic und jetzt haben wir uns doch gefunden. Ja, und dadurch sind wir uns da musikalisch, aber auch recht einig, würde ich sagen, und ergänzen uns da auch gut mit Vorschlägen. Ja, genau, und was bei mir aber immer auch schon mit reingespielt hat, war so eine Folkrichtung, also heutzutage eher Dark Folk, aber was bei dir Juliane Werding war, war bei mir glaube ich dann so was wie Cat Stevens, weil ich da einfach die Texte schon immer so schön fand und da war immer schon so viel Tiefe drin und das habe ich eigentlich immer gesucht.
Steve
00:31:45
Ich fühle mich jedes Mal blöd, wenn ich das frage, aber weil unsere Szene halt so, ja, so ein bisschen ihre Epochen hat, frage ich jetzt einmal, welche Jahrgänge seid ihr?
Tinka
00:31:57
Ich bin Jahrgang 88.
Tim
00:32:00
76.
Steve
00:32:03
Okay, gut, also da ist schon eine ganz andere Szene Sozialisierung irgendwie so ein bisschen dazwischen, ja, ja, wir fehlen manchmal wünsche ich auch so ein paar Jahre früher geboren, wäre irgendwie schon ganz geil gewesen, aber ach, wer weiß wo es dann hingeführt hätte. Das stimmt,
Tinka
00:32:20
ich war immer für die Konzerte, auf die ich wollte, war ich einfach immer zu jung, ja,
Steve
00:32:27
ich bin froh, dass es für Take That damals gereicht hat schon mit 15, das ging.
Tinka
00:32:32
Backstreet Boys mit 11 habe ich mit meinem Vater zusammen gesehen.
Steve
00:32:35
So, das ist auch nicht viel falsch drin, das muss man auch sagen.
Gatto Nero
00:32:39
Wie lange kennt ihr euch denn schon?
Tinka
00:32:44
Fast 3 Jahre und ein Dreivierteljahr, also im Dezember sind wir 4 Jahre zusammen und haben uns auch da kennengelernt, das war sofort so okay.
Steve
00:32:55
Und wie ist so die Idee gewesen zu Schwarzesrauschen und wie lange ist das jetzt her? Also ist das einfach so, sagt er schon, es hat sich ein bisschen organisch, jetzt habe ich es mal wieder gesagt, organisch entwickelt, aber das wird da, und was ich auch gerne nochmal hätte, ist an dieser Stelle einmal so ein bisschen die Abgrenzung, noch einmal Schwarzesrauschen und Sunny Doom, damit man es ein bisschen klar hat. Für mich war immer klar, ich habe immer eine
Tim
00:33:23
kreative Seite, die raus muss. Es hat sich immer angeführt, wie ich habe ein Leben, wo es um auch Beruf geht und wo es um alltägliches geht, aber das Kreative ist ein wesentlicher Teil. Und Musik war immer der Hauptausdruck, weil eine Zeit lang habe ich vor Corona, war ich Fotograf und habe da aber schon festgestellt, vieles wird in eine kommerzielle Richtung gehen, weil ich Geld verdiene. Und deswegen habe ich mich nie als Kunstfotograf gesehen, obwohl ich immer das Faible hatte. Und als wir uns dann getroffen haben, habe ich natürlich auch viel über die Zeit als Fotograf geredet. Wir haben Fotos gemacht, ich habe viel erzählt, ich habe das Musikprojekt und das Musikprojekt. Und es kam und wir haben sehr schnell festgestellt, dass wir ein großes Faible für kreative Arbeit haben. Also wir haben uns auch manchmal an Wochenenden einfach gesagt, wir reden mit niemanden, wir treffen niemanden, wir setzen uns hin, machen Kunst. Wir haben kleine Magazine zusammen gemacht, haben uns kleine, haben, den hat Gedichte geschrieben, wir haben zusammen gearbeitet, sie arbeitet, hat viel historisches Wissen, hat gesagt, hey, wir können ja auch mal was zusammen machen über irgendwas, zum Beispiel nordische Gottheiten und so und hab ich gesagt, ja klar, lass uns da mal was machen. Und du merkst irgendwann, dass der Anteil der Themen, die Kreativität umfassen, immer, immer größer wird. Wir immer weniger über alltägliches Reden, Job wird immer kleiner. Und auf einmal merkt man, there is a need. Der ist so ein Drang, was zu machen. Und es wurde dann, ja, Sunny Doom und okay, one pick one poem, dann die Magazine, die wir gemacht haben. Und auf einmal, hey, wenn wir das jetzt im Internet machen würde, wie würde das denn dann heißen? Wie wäre denn der, der, der, der Dachname, wie würde es das sein? Wie wäre das der Überbegriff, wo wir sagen, da passt alles rein. Wenn ich jemandem sage, hey, was machst du denn? Und es hat sich immer so angefühlt wie, ja, ich mach das, das, das, das, das und das und das. Aber was machst du denn wirklich? Ja, das, das, das. Und alles hat immer gewichtigt. Und dann schreibt man mal Gedichte und denkt, da denk ich nicht, ich bin jetzt Dichter, sondern dichten das Teil meiner Kreative, meines Outlets, das, das raus muss. Und irgendwann war dann wirklich der Punkt, ich glaube, vom Jahr oder so. Ja oder einen halben Jahr. Hey, lass uns doch mal einen Namen finden, wo alles darunter passt, was wir zusammen machen. Dann ist man ja selber, man schreibt es an so ein Board und auf einmal merkt man, wow, das ist ja ganz schön viel, was wir da tun. Und das alles so zusammenzubringen. Ja, das hat sich übers letzte Jahr so ein bisschen entwickelt.
Tinka
00:35:58
Ja.
Tim
00:35:58
Um auch zu sagen, hey, wir sind nicht nur eine Band.
Tinka
00:36:01
Ja. Das ist zu
Tim
00:36:01
wenig. Wir sind nicht nur ein Foto, Dichter, Pärchen, sondern wir haben Lust an kreativen Projekten zu arbeiten und überlegen uns, was wollen wir denn machen? Und da kann alles mögliche rauskommen. Und das fühlt sich so richtig, wow, ja. Man
Gatto Nero
00:36:20
inspiriert sich auch gegenseitig so stark. Ja. Also, ich kenne das ja auch. Mike und ich sind ja auch beide kreativ, er als Fotograf. Ich dann lange model und hatte dann auch Ideen mit den Looks. Und daraus ist dann auch viel entstanden oder auch mit Basteln. Er hat ja auch so Bilder gestaltet und ja, das war dann auch. Und wenn man, wenn zwei Menschen so kreativ sind, das ist, oh, wenn man dabei ist, das ist so befriedigend und so bereichernd und man wächst auch zusammen und total schön. Also, ich kann es richtig nachvollziehen.
Tinka
00:36:56
Ja, das finde ich auch. Also, ich glaube auch Sunny Doom ist wirklich mehr der musikalische Outlet. Und Schwarzesrauschen ist dann wirklich so eine Form von Grundrauschen, was alles dann da vereint. Das war auch viel Aushandlungen letztes Jahr, weil es dann auch darum ging, okay, wenn ich jetzt alleine das und das mache, würde das dann da drunterfallen oder wäre das dann was anderes. Also, es ging auch viel darum zu gucken, wie viel ist da von uns beiden auch als Einzelpersonen drin und wie viel ist da drin, was wir wirklich dann auch zusammen von Anfang bis Ende machen. Und das fragen wir uns auch immer wieder. Also, manchmal mache ich was und sage dann, okay, würde ich das jetzt unter Schwarzesrauschen veröffentlichen oder ist das dann schon eher was von mir in Anführungsstrichen nur. Also, das ist auch immer wieder, ich finde, das lädt auch immer wieder dazu ein, das zu hinterfragen und auch nicht so festzustecken, in dem okay, wir sind so und wir machen immer das. Und deswegen ist Sunny Doom quasi eine Facette davon. Und Schwarzesrauschen wäre dann das Mosaik.
Steve
00:38:00
Okay, also, alles, was Sunny Doom ist, ist quasi nicht zwangsläufig Schwarzesrauschen, aber Schwarzesrauschen ist ein Überbau auch für Sunny Doom. Ja. Aber das finde ich total spannend, dass es, dass ihr euch wirklich auch Gedanken darüber macht, gerade diesem Punkt, dass es, das ist dann, wenn ich was Eigenes mache, also, dass man auch als Künstler so seine eigene Identität und auch Entfaltungsmöglichkeit hat, ohne dass man sich von diesem Konstrukt, dass man ja selbst geschaffen hat, so einen eng lässt. Aber es ist, ja, wo du, wie du schon sagtest, ist ja auch eine große Sache, die man aushandeln muss dann, ne?
Tinka
00:38:39
Richtig. Und im besten Fall ist das so etwas wie eine Stütze und eben kein Korsett. Aber genau, wir haben das auch manchmal gerade, auch wenn es um die Musik geht oder so und dann einigen wir uns auf etwas und dann läuft das so vor sich hin und dann gucken wir uns das noch mal an und sagen, okay, ist es denn jetzt noch so, wie wir am Anfang gesagt haben? Und falls nicht, ist das okay oder gehen wir lieber, wollen wir bei, bei der einen Sache sozusagen bleiben? Also thematisch ist das leicht, aber ich glaube musikalisch ist das dann eher so, dass dann was dazu oder was weg oder dann kommt plötzlich ein neues Instrument oder ein neues Pedal dazu und dann guckt, schmeißt man alles noch mal um und guckt, okay, war das jetzt richtig so?
Tim
00:39:17
Ja, genau. Ich sage mal so in der Zeit, wo man nicht davon abhängig ist von der kreativen Arbeit, die man macht, braucht man, also ich brauche das oder ich glaube, wir beide brauchen das, ne Challenge? Ja. Um etwas von einer, man sitzt beim Kaffee, redet über was, bis zu einem
Sprecher unklar
00:39:38
fertigen
Tim
00:39:38
Produkt bis zu einer einer Inkarnation, also einer, ja ihr wisst, was ich meine, bis, bis was fertig ist, da ist auch immer wieder Motivation, Motivation, Motivation und die kommt nie von außen, die kommt immer von Ausdruck, sagst, wir wollen uns irgendwie ausdrücken in einer bestimmten Art und wollen da auch unsere Skills nutzen. Ich mach wahnsinnig lange Musik, Tinka hat sehr viel, hat Geschichte studiert, hat viel Background Wissen, Gedichte, sie schreibt unfassbar schöne Gedichte, unfassbar viele Gedichte, wo ich immer denke, wow, das reizt das mal aus in einem Song Kontext, nutzt das als Challenge, da kommt ja niemand an und sagt, wir haben kein Label, das sagt, macht mal dies und noch mal das, deswegen ist es so toll zu sagen, okay, wir haben jetzt ein Album gemacht, wir haben ein ganzes Album fertig gehabt und haben es erst mal auf Halde gelegt, weil wir gemerkt haben, es ist noch nicht Zeit dafür, wir machen jetzt erst mal Saints, da kommen wir noch drauf, aber wir haben ein ganzes Projekt quasi noch mal zur Seite geschoben, weil wir gemerkt haben, nee, da fehlt der Feinschliff, wir sind aber nicht mehr so drin und das wollen wir nicht, es ist, wir wollen da nichts halbgas rausbringen, das wird ja nur uns selbst schaden und das ist es immer wieder zu sagen, sei kreativ, was können wir noch machen? Ja, es ist, es ist geil, manchmal auch nervenzerreibend, wenn man nachts wach liegt und denkt, Gott, wie setze ich das denn um, bis man sich dann selber sagt, hey, ganz, ganz entspannt. Noch Zeit. Morgen wirst du nicht als Vorband von Lady Gaga auftreten, sondern aber trotzdem, der Anspruch ist immer da.
Gatto Nero
00:41:14
Ich hatte irgendwo schon gelesen, dass es sogar einen Album Titel gibt, für Nachfolger von Devotion, Salvation. Es gibt auch
Tinka
00:41:21
schon zwei Songtexte dafür und das Konzept ist quasi fertig und dann haben sich die Saints dazwischen gedrängelt.
Tim
00:41:30
Die Sirens haben sich dazwischen.
Tinka
00:41:31
Stimmt, wir haben zuerst die Sirens gemacht, also es gibt auch Sirens, zu denen wir Musik gemacht haben. Und dann kamen die Saints. Also es gibt bisher Witches, Sirens, Saints und die Dísir, also nordische Göttinnen. Das sind so die vier Frauenprojekte, die wir bisher haben. Und Salvation sollte ein bisschen an Devotion mehr anschließen.
Steve
00:41:57
Ich habe jetzt noch eine Frage, über die ich gerade mal so ein bisschen zurückgerechnet habe und werde es eventuell dann auch interessant sein, könnte je nach Antwort. Also ihr habt euch ja quasi in der auslaufenden Pandemie kennengelernt. Hatte das irgendwelche Auswirkungen auf euch und auf diese Kreativität im positiven Sinne, dass ihr vielleicht sogar noch so ein bisschen, also Lockdowns waren ja ja nicht mehr ganz so ein Drama, aber dass das irgendwie so ein bisschen dazu geführt, dass man sich doch ein bisschen mehr eingeigelt hat.
Tinka
00:42:28
Ich überlege gerade noch, willst du zuerst antworten und dann sagen.
Tim
00:42:31
Bei mir war das relativ klar, wir haben uns im Ende Dezember kennengelernt. Ich hatte eine wahnsinnig lange Durststrecke als Fotograf, weil ich war im Musikbereich tätig und im spiritosen Bereich, sage ich jetzt mal, für große, sowas wie Jägermeister so. Oder Bad Bands fotografiert und bei Corona war dann ganz klarer Pfeil nach unten. Keine Band ist mehr getourt, keiner hat mehr Geld ausgegeben, keiner ist in Kneippen, Bars, Restaurants gegangen und dann musste ich mir etwas anders suchen. Und wir haben uns getroffen, da habe ich gerade eine Stelle als Bestatter angenommen. Ich war dann Bestatter. Also, ich bin jetzt immer noch halbzeit Bestatter. Und das war so ganz neu, wir lernen uns kennen. Ich bin auf einmal Bestatter. Hab das ein halbes Jahr gemacht, du festgestellt. Nee, das ist jetzt alles zu viel, ich komme nicht mehr zum Kreativen. Aber das war so, mein Bestatter tun, war das direkte Reaktion auf die Corona-Epidemie, sage ich jetzt mal.
Tinka
00:43:28
Ja, ich glaube, bei mir war es so, ich bin eh introvertiert und gerne zu Hause. Von daher fühle ich mir das nicht so schwer, aber für mich war der Unterschied auf jeden Fall mit jemandem zusammen zu sein, der selber so kreativ ist und das schon so lange auch lebt. Also, ich weiß, dass ich früher auch schon immer Texte geschrieben habe. Und dann habe ich Germanistik und Geschichte studiert und fast nur noch Haus- und Abschlussarbeiten geschrieben und hatte einfach keine Zeit mehr. Und das hat mir auch Spaß gemacht, aber es war weniger kreativ. Und als Tim dann irgendwann gesagt hat, ich glaub, du könntest auch schreiben. Also, das hat schon gereicht, um zu sagen, okay, das mache ich jetzt. Und wir haben am Anfang in meiner Einzimmerwohnung zu zweit gewohnt und dann war es natürlich auch auf engem Raum. Und für mich war das total bereichernd. Ja, also, während Corona war es mehr so wirklich, das hat sich mehr alleine angefühlt. Und jetzt war es so, super, wir haben hier so Nest und da ziehen wir uns zurück, wenn wir Zeit haben und nicht Lohnarbeiten müssen oder so. Und dann konnte ich mich auch da ganz drauf einlassen und war richtig, eine Zeit lang habe ich alles Kreative gemacht, weil sich das so angefühlt hat, so, als ob das alles zurückkommt, sozusagen.
Gatto Nero
00:44:39
Ich wollte tatsächlich noch mal, bevor wir zu den Heiligen springen, noch mal zu, ähm, Devotion kommen, weil ich das ja schon angeteasert hatte. Ich würde gerne wissen, weil auch in dieser Kreativität liegt ja auch viel Hingabe. Und da interessiert mich, also, Hingabe kann ja sehr befreiend wirken. Es kann aber auch so stark werden, dass man sich selber aufgibt. Was bedeutet Hingabe für euch persönlich?
Tinka
00:45:07
Ich glaube, das, was du grad beschreibst, ist für mich auf jeden Fall auch ein Teil immer wieder darüber nachzudenken. Also, wie viel ist noch Hingabe und ab wann ist es selbst Aufgabe? Und ich glaube, mir hat da, ist jetzt sehr kitschig, unsere Beziehung ganz viel geholfen, also mit einem Partner, der genau so hingebungsvoll ist, also sowohl in der Kreativität als auch in allen anderen Bereichen, weil es dann nicht dieses Einseitige ist, was dann vielleicht zu Selbstaufgabe führt oder zu ausgenutzt werden im negativsten Fall, sondern weil man dann auch gegenseitig darauf achtet und weil man sich eben fallen lassen kann, weil da jemand ist. Und das hat mir total geholfen. Und deswegen würde ich sagen, zieht sich das bei mir auch überall durch. Und für mich ist das ganz viel ja wirklich Freiheit und Offenheit. Und das kann ich aber nur in einem, ich sag mal, oder möchte ich, nur in einem geschützten Rahmen oder Setting. Und deswegen hilft mir das dann sehr.
Gatto Nero
00:46:12
In dem Text merkt man auch, dass es so ein selbstbestimmtes Hingeben ist, kein fremdbestimmtes. Wenn mir über mich wird so bestimmt, jemand bestimmt über mich, sondern ich entscheide mich ganz bewusst dafür. Ja,
Tinka
00:46:28
das stimmt. Ich war mal bei einer Schreibwerkstatt und da hatte ich über Hingabe auch geschrieben. So fing das an mit dem Devotion-Projekt. Und da habe ich auch gedacht, für mich ist das auch so etwas, was sich zumindest durch mein Leben durchzieht und was, glaube ich, auch viele kennen. Also für mich ist das auch absolute Hingabe, wenn Kinder zum Beispiel spielen und so ganz versunken sind und es gibt keine Zeit mehr. Also man ist ganz im Moment. Und das ist für mich, glaube ich, auch so etwas, dieses Präsentsein und nicht immer überlegen, was muss ich jetzt in einer halben Stunde machen und was kommt als nächster Schritt. Oder bei der Kunst zum Beispiel auch, wo soll das jetzt hinführen und welchen Zweck hat das, sondern wirklich zu sagen, ich bin jetzt hier und ich habe Lust, darauf das zu machen.
Tim
00:47:18
Super zusammengefasst.
Gatto Nero
00:47:20
Und warum war es euch so wichtig, dass die Geschichte, die ihr beschreibt, auch durch Verlust und Schmerz führt? Also ich hatte ja auch gesagt, das ist ja so eine Reise, die ich da wahrgenommen habe durch verschiedene Stationen.
Tinka
00:47:35
Ich glaube, also ich habe die Texte geschrieben, deswegen würde ich jetzt antworten.
Sprecher unklar
00:47:40
Ich
Tinka
00:47:40
glaube, das war für mich so ein bisschen dieses Gefühl, dass es das, was passieren kann. Aber für mich ist es so, die letzten Songs sollen quasi den Anfang nicht entwerten im Sinne von, dass man sich nicht hingeben sollte, sondern natürlich besteht quasi die Gefahr, wenn man sich öffnet und sich fallen lässt, dass man verletzt wird oder halt auch verlassen. Das ist ja keine Garantie. Aber das bedeutet nicht, dass man das deswegen nicht tun sollte, sondern ich hatte den Eindruck, dass man dabei ja trotzdem quasi was gewinnt und sei sowas wie Selbsterkenntnis über sich und sich neu kennen zu lernen. Und ich glaube, das geht eben nur, wenn man dieses Risiko eingeht. Und ich glaube, es gibt einfach Bereiche, da muss man sich komplett reinfallen lassen und da gibt es keinen Sicherheitsnetz. Das heißt, entweder macht man das oder man macht das nicht. Das kann ja auch sowas wie beruflich oder sowas sein. Und man hat keine Garantie. Keiner kann einem vorher sagen, dass das funktioniert. Und das muss aber nichts Schlimmes sein und das darf auch einen Raum haben, weil das für mich dann nicht per se was Negatives ist, sondern einfach Verarbeitung davon.
Gatto Nero
00:48:52
Auf jeden Fall finde ich spannend, dass ihr dazu einladet, mit dem Album das einfach mal selber zu durchleben, den ganzen Zyklus. Auf jeden Fall.
Tim
00:49:03
Ja, ich weiß, dass wir, wir haben das Album auch beworben, auch damals auf normalen Kanälen, Facebook oder so, wo wir dann einfach da waren und haben dann tatsächlich festgestellt, also ich habe festgestellt, da gab es mehr negatives Feedback weil alle, die da, nicht alle, es gab Menschen, die haben gesagt, dazu das gehört nicht zu Facebook, wir wollen hier Sachen, wir wollen nur unseren Urlaub posten, wir wollen hier in Gruppen sein und ihr macht hier so ein BDSM-Kram. Und habe ich gesagt, okay, vielleicht gehöre ich ja nicht zu Facebook, vielleicht gehören die Menschen nicht zu mir. Das war dann nochmal wichtig, weil ich gesagt habe, du kannst das interpretieren, wie du willst. Und ich verstehe das. Und wir haben, es gibt bei uns, unsere Themen sind sehr vielseitig. Also alles, was Subkultur ist, ist für uns wahrscheinlich interessant. Und dann kommt man auch zwangsläufig über die Devotion, auch in anderen Hinsichten, es muss ja nicht kirchlich sein, es muss nicht nur Musik sein, es kann ja auch was Sexuelles sein und all das zusammenzupacken, auch ein bisschen die Ästhetik mit aufzugreifen, zu sagen, dazu das ist, du kannst das jetzt so betrachten, aber da ist ja etwas Tieferes drin. Und ich mochte, dass das Tink diese tieferen Dinge da rausgenommen hat und wir sind in eine Geschichte gepackt, wo man denkt, ja, es könnte jetzt eine Hingabe sein und die kann man einseitig interpretieren. Ich fand aber, nee, das muss es ja gar nicht sein. Aber wir mochten es damit zu spielen, mit der Ästhetik ein bisschen zu spielen, auch mit so kleinen Symbolen, die jetzt vielleicht aus bestimmten Szenen gehen, weil kommen, weil wir gedacht haben, ja, die Art von Kleidung kann ja auch so sein und mich hat es dann auch ein bisschen verwundert, als Menschen geschrieben haben, nee, das gehört hier nicht hin. Was soll das denn? Dann habe ich gesagt, was seid ihr denn für Spießer? Dann habe ich mir drüber nachgedacht, okay, wie interpretiert ihr das denn und von wo kommt ihr denn? Und ich komme aus sehr vielen Gesprächen, wo es wirklich um alles geht. Wir reden von Politik bis...
Tinka
00:51:03
Religion, Sex, Kinder, Familie.
Tim
00:51:05
Ja, und dann so, okay, ich komme aus etwas, wo wir sagen, wir nehmen ein Teil aus etwas raus, gucken, was können wir damit machen, was ist auch Teil von uns, was spricht uns an und da waren immer bestimmte Sachen, sprechen einen immer an. Ich sag mal, wenn man Dracula mag, mag man auch eine dunkle Romantik. Es geht ja nicht nur um Blutsaugen und so. Und wenn man viele Sachen, die Nacht und so, da geht es auch viel um, wie kleide ich mich, wie zeige ich mich, wie möchte ich mich selber sehen. Und das hat immer so auch so eine Note von ja, wie möchte ich wahrgenommen werden.
Steve
00:51:46
Und
Tim
00:51:47
das finde ich super spannend, das alles zusammen zu packen und dann zu sagen, wir nennen es auch die Devotion und das heißt nicht, ich habe jetzt kein Kinky-Titel oder so, sondern es hat so eine Note von, ja, das kann es sein, muss es nicht sein, wir wissen, was es für uns ist und dann eine Reaktion daraus zu kriegen, es war so, ach, interessant.
Gatto Nero
00:52:06
Und ich finde es auch sehr einseitig gedacht, dass man das auf das Sexuelle reduziert. Das würde ich jetzt gar nicht... Es gibt so viel Interpretationsspielraum, wenn man sich das... Wenn man sich das dann auch mal anhört und sich damit beschäftigt und nicht nur auf irgendwie den Titel und das Bild guckt und dann sofort seine Schlüsse zieht und denkt, es ist irgendwie so ein bisschen schmuddelig,
Tinka
00:52:28
weiß ich
Gatto Nero
00:52:28
nicht, Fifty Shades of Grey,
Tinka
00:52:30
keine
Gatto Nero
00:52:30
Ahnung, was die Leute denken, also nein, das ist wirklich gar nicht. Also, aber naja, wie jeder interpretiert Dinge, ja, anders.
Tim
00:52:41
Das ist aber das Schöne, dass wir uns sehr viel auch... Ja, ich sag mal, Subkultur ist jetzt das Vorort, da sind wir zu Hause, immer. Das heißt, in dem Moment, wo 50 Shades of Grey ist ja schon Hollywood und da wissen wir, alles klar, das ist jetzt für eine Menge Leute verständnisvoll gemachte Art von etwas, wo wir sagen können, uuh, das gibt es auch. Wir wissen, dieses Thema hat unfassbar viele Tiefe, es gibt viel Literatur darüber, es gibt Podcast darüber, da kann man in die Tiefe gehen, und da sind wir eher zu Hause. Das ist das, wo es sagt, okay, was sagen die denn? Die wirklich drin sind, was für ein Vokabular benutzen, die, das finde ich, das ist für mich der große Reiz, das auch ernst zu nehmen, zu sagen, nicht so genau wie früher, als ich, nee, als ich mit Metal angefangen kam, irgendwann Black Metal, und haben gesagt, das sind ja nur 15-Jährige, die schminken, damit man ihre Pickel nicht sieht. Und dann habe ich gesagt, nein, woher kommen die eigentlich? Was machen die? Was machen die? Die Leute, die sich für das WGT unfassbar rauspult, und ich sage, wow, wo kommt diese Inspiration her? Was treibt die anders zu machen? Das finde ich superfaszinierend. Dann ist es fast egal, woher es kommt, kann auch japanischer Film sein, die super reduziert sind. Warum machen die so reduzierte Filme? Was ist denn da los? Was ist, was treibt diese Menschen da noch an? Was verstehe ich nicht, und wo kann ich vielleicht sogar etwas Inspirierendes abzwacken?
Sprecher unklar
00:54:04
Und
Gatto Nero
00:54:04
sie da ja im BDSM-Bereich, wissen wir ja auch, dass für die Leute, die keine Ahnung haben, die sehen halt immer nur Peitschen und Lackstiefel. Aber es ist ja ein riesengroßer Schirm, wo ganz viel beheimatet ist. Die meisten Menschen haben da ja wirklich keinen Einblick.
Tinka
00:54:25
Nee, das fand ich auch ganz spannend. Also dann auch zu sehen, wir hatten dann ja auch einen Auftritt und haben dann die Fotos gemacht. Also ist ja jetzt ohne Bild, aber in Latex-Kleidung und solche Sachen. Und ganz witzig war dann aber auch zu sehen, wie Menschen das so, die das gar nicht negativ finden, aber die haben automatisch trotzdem so ein Bild im Kopf. Weil ein Freund von uns dann sagte, ah ja, da hat Tim dich in das Kostüm gesteckt. Wir haben das dann so stehen lassen, weil es ist ja auch egal. Aber es war einfach, es ist auch eine schöne Selbstoffenbarung, wie andere Menschen quasi darauf reagieren.
Steve
00:55:02
Okay, von diesen etwas aus einiger Leute sieht Unheiligen-Themen dann eher zu den Heiligen, zu Saints. Das ist ja euer aktuelles Projekt. Und es klang schon ein bisschen durch, deswegen fasse ich es mal zusammen. 6 historische Frauen, 6 Songs, 6 Gedichte und 6 Fotografien. Darüber hinaus. Wie würdet ihr das denn jetzt jemandem beschreiben, der genau diese Informationen hat?
Tinka
00:55:28
Ich glaube, ich würde sagen, das Besondere ist, dass es um diese Figuren geht, nicht primär als Heilige, sondern wirklich als Individuen. Das ist mir beim Text schreiben immer wichtig, nicht nur bei den Saints, das war auch schon bei den Sirens so, dass jede ihre eigene Stimme bekommt. Und das ist eben nicht, ah, das sind 6 Frauen, die sind alle Heilige und fertig, sondern die sind ganz, ganz unterschiedlich. Die haben sich alle zu ihren Lebzeiten ganz verschieden, z.B. mit so etwas wie Glaube und auch Hingabe und so etwas beschäftigt. Und das möchte ich gerne abbilden. Und das ist auch das, was Tim, dann würde ich sagen, versucht musikalisch auch abzubilden.
Tim
00:56:18
Was fing, wie fing das? Also ich mochte, ich fand es immer super, eine Partnerin zu haben, die einen historischen Background hat, die sich sehr mit, ich sag mal, feministischen Texten und Themen auseinandersetzt, bei denen ich denke, wow. Also männliche Heldengeschichten haben wir jetzt genug, von Odysseus bis Spiderman und was, was ich. Themen, Namen zu hören, die man zum Teil Jeanne d’Arc kennt, das ist eine von den Saints und die anderen waren mir kein Begriff und dann zu lesen, was ist eigentlich deren Geschichte? Da ist ja eine Geschichte. Warum sind das Saints? Warum werden die wahrgenommen, bis man dann noch merkt, wow, das ist, wie sind die damals damit umgegangen, diese Frauen zu interpretieren? Wo man heutzutage hat man hunderte Begriffe von, kann ja alles sein, kann ja von Schizophrenie oder ADHS oder irgendwas sein. Und aber, oder die sind einfach nur bekloppt und was, was nicht, ne? Oder die sind voller Devotion, wo man denkt, wow, das ist ja Wahnsinn. Und das fand ich so reizvoll, dass gesagt hat, wir hatten erst andere Themen und dann irgendwie hatte Tinka die die...
Tinka
00:57:29
Ich wollte das unbedingt machen. Ja,
Tim
00:57:30
das sind es doch erst über die Saints machen. Und ich hab mich gefreut, weil ich wusste, ich werde nachher sechs Texte haben, die wissenschaftlich akkurat wahrscheinlich sind, die trotzdem einen poetischen Reiz haben und zu sagen, okay, wer war das und was für einen Moment bilden wir diese Person überhaupt ab? Was macht sie denn jetzt gerade aus?
Tinka
00:57:48
Ja.
Tim
00:57:49
Und sich dann auch damit zu beschäftigen, so wie es im Falle von Jeanne d’Arc, es gibt Stummfilmen aus den 20ern, also den anzugucken, wie haben die das denn interpretiert? Und auf einmal ritzelt das einfach im Kopf. Und ich hab Lust, oh, dem Sound, wie machen wir das? Wie könnte man dein Klang dann erzeugen?
Tinka
00:58:05
Ja.
Tim
00:58:06
Super spannend. Und finde ich als Thema geil. Dann haben wir es fotografisch umgesetzt. Ja. Wie könnte man die Kleiden in dem Moment, wie könnten die sich hingeben für das Bild? Wir haben was Wissenschaftliches, wir haben etwas Total Entrücktes dabei. Wie kriegen wir das denn hin, in Berlin ohne jetzt eine Kulisse zu wählen, sondern durch die Stadt zu gehen und sagen, das Tor, die Berliner Oper ist, die Philharmonie ist einmal
Gatto Nero
00:58:33
drauf. Ich dachte,
Tim
00:58:35
das hat ein, das klingt mit. Da ist was, ja, wie so ein heiliger Klang. Es geht uns, geht es da weniger um Religion?
Tinka
00:58:44
Ja.
Tim
00:58:44
Religion ist der Aufhänger natürlich für die Frauen gewesen, aber es geht um eine, die haben etwas gefunden und haben das mit absoluter Hingabe verfolgt. Verfolgt, ja. Super. Und wie kriegen wir das hin, das umzusetzen? Und vor allen Dingen im Versuch im Kontext muss das nachher präsentiert werden, so dass wir sagen, jetzt ist es stimmig.
Tinka
00:59:02
Ja, und auch die Frauen als Subjekte wirklich zu zeigen, die zwar nicht selber sprechen, aber es ist ja aus ihrer Perspektive. Und ich glaube, das war mir das Wichtige, nicht über sie wie Objekte zu sprechen, die irgendwie ein bisschen merkwürdig sind. Und man weiß es nicht so genau. Und Momente auszuwählen, die auch gerne irgendwo dazwischen sind. Also bei Jeanne d’Arc ist es ein Moment nach der Schlacht. Es ist nicht in der Schlacht und es ist gerade heroisch, sondern es ist die Ruhe danach, zum Beispiel. Und ja, du hattest ja schon ein bisschen was zu den Fotos gesagt. Genau, die Kleidung ist dann auch immer was Pragmatisches im Sinne von, ich habe immer den Anspruch, dass es nur Sachen sind, die ich schon habe in meinem Kleiderschrank. Und das ist für mich immer so aber, wie ich die trotzdem so individuell darstellen kann. Und für die Musiker unterhalten wir uns dann ganz viel darüber, also wirklich noch mal reinzugehen und zu sagen, okay, was verbinde ich mit der einen Person, was steht im Text und wie lässt sich das dann auch über Instrumente oder über den Aufbau des Songs zum Beispiel darstellen, sollte der ruhig anfangen und dann ganz laut und episch werden. Oder andersherum, was für ein Instrument passt eigentlich zu dieser Figur und zu diesem Moment. Und damit beschäftigen wir uns dann ganz, ganz viel, bevor wir dann so richtig anfangen.
Steve
01:00:28
Okay, jetzt klingt es noch so ein bisschen wie ein Mysterium. Eine der Damen, Jeanne d’Arc, die habt ihr schon dreimal genannt. Wer sind denn die anderen fünf? Ich habe mich natürlich einmal ganz kurz belesen und das er so, hm, ja, okay, zwei, kenne ich vielleicht noch aus dem Schulunterricht, aber auch nur sehr dunkel. Genau,
Tinka
01:00:46
ich hoffe, ich kriege sie jetzt ad hoc alle zusammen, sonst musst du mir helfen, Steve, weil du hast bestimmt die Liste da. Also, es sind Johanna von Orléans, also Jeanne d’Arc, dann ist es Hildegard von Bingen, Teresa von Avila, Katharina von Siena, Klara von Assisi und jetzt fehlt noch eine.
Tim
01:01:08
The Fervant.
Tinka
01:01:09
Mechthild von Magdeburg. Richtig, Dankeschön.
Tim
01:01:14
Gerne. Jetzt
Tinka
01:01:15
haben wir sie tatsächlich alle einmal zusammen.
Tim
01:01:18
Genau. Ja, wir hatten nur irgendwie sechs. Sechs war bisschen, okay, aus sechs kann man lange Musik machen.
Tinka
01:01:25
Ja, wir hatten noch mehr zur Auswahl und ich habe dann ein bisschen geguckt, zu welcher gibt es wie viel und vor allem aber was spricht mich spontan an. Ich wollte schon, dass die auch ein bisschen unterschiedlich sind, also Hildegard von Bing, die für mich sehr fast schon naturwissenschaftlich daran geht, an die Gottesfrage und Visionen. Dann gibt es aber auch diejenigen, die zweifeln oder gar nicht genau wissen, ob sie jetzt wirklich ihr Leben dem Ganzen widmen sollen oder nicht doch ihr normales Leben weiterführen sollen. Dann gibt es die, die kämpfen und die, die so ecstatisch sind, sozusagen und so voller Liebe, dass man das heute wahrscheinlich, ja wahrscheinlich würde man ab, despektierlich sagen, das ist schon fast unzurechnungsfähig. Und mir war es wichtig, da so eine Vielfalt auch darzustellen und jetzt nicht einseitig, dass die sich dann doch am Schluss wieder alle ähneln und irgendwie alle gleich sind und es ist ja auch nicht so wichtig.
Gatto Nero
01:02:29
War es denn schwer, die Auswahl zu treffen? Also wenn man dann so mehrere Möglichkeiten hat, finde ich das dann immer ganz schwierig, sich dann festzulegen, gab es dann wirklich irgendwelche Kriterien oder hattet ihr dann richtig Listen aufgeschrieben Pros/Kontras? Wie lief das ab oder überhaupt der ganze Prozess? Hat man dann so ein Mindmap, was man gestaltet und dann entstehen so Visionen, was man noch machen kann? Wie müssen wir uns das vorstellen? Ich
Tinka
01:02:56
glaube, das hat so angefangen, dass ich erst mal zu, ich glaube, insgesamt zehn Heiligen oder so recherchiert hab und mir so ein bisschen Stichpunkte gemacht hab. Und dann hab ich die quasi mehr oder weniger Tim vorgestellt und so ein bisschen erzählt und meistens merkt man da schon gut, zum einen, wo fragt er besonders viel nach und zum anderen, wo hab ich besonders viel mir rausgesucht und dann wissen wir schon so, ah, okay, das scheinen die zu sein, die uns interessieren. Und was mir dann noch hilft, ist, ich hab quasi versucht für jede ein, ich sag mal, Unterartitel zu finden, so wie würde ich die bezeichnen? Und dann merkt man schon, finde ich schnell, wozu man auch einen Bezug hat. Und ich glaube, bei dir vielleicht dann, Tim, auch noch zu wem hast du direkt ein Bild im Kopf?
Tim
01:03:43
Ja, oder der Moment, ich weiß ja, wenn Tinkan etwas arbeitet, dann ist das historisch interessant. Es geht um eine echte Person. Und dann ist es natürlich klar, wie setzt man, macht man, wird man eine Person gerecht, wo man nicht sagt, she was born then, and then she did this and that. Aber zum Beispiel bei Jean -Darck weiß ich noch, sie sagt, hier, Jean-Darck wäre gut nicht so, ja, Jean-Darck ist jetzt ein bisschen vielleicht die, die man erwähnt. Und dann stellt ihr einfach den Moment nach dieser Schlacht vor, wo sie noch in diesem Moment ist, ich habe es aus einer, ich wurde dafür ausgewählt. Er hat jemand gesagt, Gott hat mir gesagt, ich muss diesen Kampf jetzt für Frankreich führen.
Tinka
01:04:26
Und
Tim
01:04:26
was passiert denn in dem Moment? Auf einmal popte bei mir auf, okay, wir haben uns in Berlin eine brutalistische Kirche ausgesucht. Sie sind rein, haben so getan, als hätten wir Interesse an der Kirche, hatten wir auch. Und dann findet man immer so Freiräume, wo keiner da ist. Und Tinka hatte hohe Stiefel an. Hatte so ’nen Harnisch an. Und stand dann da so in diesem Rhein und guckte nur nach oben. Und ich sagte, das ist der Moment. Der Moment, wie die Schlacht ist gemacht und sie atmet, das müssen wir festhalten, genau das. Und dann sind wir natürlich frei davon, dass jemand sagt, ich habe sie einseitig wiedergestellt, sondern nee, wir suchen uns der Bewusst einen Moment.
Tinka
01:05:04
Ein Aspekt.
Tim
01:05:05
Und jetzt weiß ich genau, bei der Musik, da habe ich nur, bis jetzt nur skitzen, es muss diesen Moment. Es ist gereichtzeitig, man hat das Gefühl, draußen sind noch die Schreihe verklingen, aber es ist auch schon eine Ruhe da.
Gatto Nero
01:05:17
Es ist etwas
Tim
01:05:17
Fragiles, es ist etwas, man kann es noch nicht fassen, all diese Momente. Und dann schreiben wir Adjektive auf. Und wie setzt man das nachher? Und wie entsteht da ein Klang? Das Bild war wirklich so, man hat das Bild gesehen, wir haben ja 20 Bilder gemacht und gesagt, nee, das ist es.
Tinka
01:05:34
Dass
Tim
01:05:34
diese krasse Kirche im Hintergrund, diese Person, die sowohl stark da ist, aber super jung auch, das gibt es doch nicht. Was hat die denn dazu getrieben? Und dazu sagen, jetzt müssen wir dieses Analytische auch machen, damit es nicht willkürlich ist. Ja, also wo man sagt, ja gut, wir haben uns damit auseinandergesetzt.
Tinka
01:05:55
Ja, ich weiß noch, bei Hildegard von Bingen hatte ich Tim auch ein, zwei Lieder vorgespielt. Da sind ja auch Texte überliefert und man hat versucht, die auch zu interpretieren. Und dann haben wir uns darüber auch unterhalten und geguckt, wie kriegt man da vielleicht so ein bisschen was Mittelalterliches rein, ohne dass es rein wie ein Mittelalter-Song klingt. Und da war es zum Beispiel auch wieder dieser Moment. Da hat mich sehr interessiert bei Hildegard von Bingen, wie sie ihre Visionen beschreibt, eben nicht als Träume, sondern wirklich als Realität. Und wie kann man das rüberbringen, wenn jemand sowas natürlicherweise vielleicht selber gar nicht kennt? Wie kann man das jemandem beschreiben und dann trotzdem zu sagen, aber diese Frau hatte was ganz analytisches, die wollte das untersuchen und verstehen und nicht einfach hinnehmen, sondern auch hinterfragen. Und wie kriegt man das alles zusammen übersetzt in einem Song?
Tim
01:06:52
In einem Bild.
Tinka
01:06:53
Und in einem Bild.
Tim
01:06:55
Hochgeschlossene Kleidung hatten wir. Richtig. Sind in die Uni ’reingeschlichen in den forensischen Bereich? Ja.
Tinka
01:07:00
Und standen da vor den Glaskästen mit den verschiedenen Sachen und gesagt, okay, das passt zu Hildegard von Bingen. Ja,
Tim
01:07:07
das hat dann gepasst. Ja, es ist auch viel experimentieren. Ja. Aber man spürt schon, der erste Impuls wird weitergesponnen, wird weitergesponnen und weitergesponnen.
Gatto Nero
01:07:18
Gemeinsam.
Tim
01:07:20
Ich
Gatto Nero
01:07:21
finde das total interessant. Und ich mag dieses Gesamtkonzept so, das es aus Musik und Bildmaterial besteht und das dann noch so viel mehr mit zugehört. Das finde ich richtig gut.
Tinka
01:07:34
Ja, ich glaube, das ist dann auch anderen Künstlerinnen geschuldet, die selber ja auch viel dazu liefern. Das ist bestimmt dann auch, also für mich auf jeden Fall, eine Motivation und Inspiration. Und sich auch Sachen sozusagen anzueignen. Also ich weiß noch, wir waren vor fast zwei Jahren, haben wir Witch Club Satan gesehen, glaube ich. Und da zu sehen, wie diese drei Frauen für sich dieses Feld quasi erschließen und Texte schreiben, die super feministisch sind und die total gut da reinpassen. Und so was meine ich, also sich so was anzugucken und sagen, okay, wie kann ich so was machen mit den Sachen, die mich interessieren und mit der Musik, die ich machen möchte, damit es nicht einfach eins zu eins eine Kopie ist, sondern sich das so wirklich anzueignen, das interessiert mich immer.
Steve
01:08:24
Gab es dann bei diesen sechs Frauen eine, die euch sofort nahe gewesen ist und vielleicht auch eine, bei der ihr euch so richtig erst mal reinarbeiten musstet und das vielleicht auch sogar ein bisschen anstrengend war?
Sprecher unklar
01:08:38
Ich
Tinka
01:08:38
glaube, für mich am leichtesten war Hildegard von Bingen, weil ich ja Germanistik studiert hab und mein Schwerpunkt war Mediävistik und ich kannte sie schon und wusste schon viel über sie. Und am nächsten gegangen ist mir aber, ich überlege gerade ihren Namen, die Zweifelnde. Na, es gibt auf jeden Fall eine Heilige, die ganz viel gezweifelt hat ihr Leben lang und die hat mich total berührt, weil die eben nicht so tiefen überzeugt davon war, das Richtige zu tun, sondern weil die immer wieder gesagt hat, ich glaube, es ist das Richtige, aber ich krieg es irgendwie nicht hin und irgendwie gibt es eben auch noch die Welt da draußen und ich will mich nicht komplett abwenden und das mochte ich sehr, weil das war nicht so ein schwarz-weiß und ich hatte eine Vision und jetzt ist alles klar, sondern es war eigentlich das Gegenteil dieses, okay, wie gehe ich damit um, dass ich das Gefühl hab, das ist quasi nicht alles, aber ich will mich nicht komplett, ich will nicht mein ganzes Leben ändern und das fand ich sehr menschlich und deswegen hat mich das total berührt und ich weiß nicht, ob es musikalisch was gab, was für dich besonders schwierig war, wir sind ja auch noch so ein bisschen in der Entwicklung sozusagen, also drei sind jetzt schon fertig und drei sind quasi noch offen
Sprecher unklar
01:10:02
und
Tinka
01:10:02
die erste viel mir erstaunlich leicht, also da saßen wir einfach nur zusammen und Tim hat angefangen Musik zu machen und ich hab dann irgendwann dazu gesummt und daraus hat sich so ein bisschen die Gesangslinie entwickelt.
Tim
01:10:15
Das war The Fervant, ne?
Tinka
01:10:16
Ja, genau, richtig, The Fervant heißt der Song. Sind
Tim
01:10:19
die Sirens, oh Gott, sie sind sehr produktiv, das ist nicht immer, ne, hier sind die gar nicht dran.
Tinka
01:10:27
Das macht nichts.
Tim
01:10:29
Für mich ist das auch viel die Interpretation von Tinka als Model auch und sie interpretiert und wir überlegen uns ein Szenario und manchmal ist es genau, dass ich sehe dann das Bild und dann entsteht was und dann entsteht auch eine Emotion. Ich mochte das früher, also ich bin sowieso ein sehr cineastischer Mensch. Früher wollte ich Filme machen, weil ich dachte, da passt ja alles rein, ich kann es schreiben, ich kann es drehen, das Bild nicht ist drin, ich könnte es performen und ich könnte die Musik machen und ich fand es immer so schade, dass ich oft Soundtracks gehört habe zu filmen und du hast einfach gemerkt, da passiert nicht so viel, es fehlt etwas und manchmal habe ich dann Alben gehört und das ist immer so die Sache, die ich auch erreichen wollte und es gibt ein paar Alben, die höre ich und dann bin ich, ich kann die auch nicht aufhören und ich sage jetzt, ich als Beispiel, Type O Negative bloody kisses, das mache ich an und das ist zu Ende und dann hört es auf. Ich skip das nicht, das ist so, es entsteht etwas und das war die Rangehensweise und ich wusste beim Fotografieren, nein, nein, das, das, wer ist das? Und ich sehe, ich weiß, das ist Tinka, das ist das Model, aber in dem Moment verschmilzt es und es ist wichtig, wenn ich merke, es verschmilzt, so wie bei unserem der erste Song gleich, den wir gemacht haben, diese Bilder, wie wir vor der Philharmonie gemacht haben und auf einmal etwas in ihrer Geste und in dem Blick und in der Art der Kleidung, das war entrückt und ich konnte sagen, diese Person könnte auch vor 600 Jahren da gestanden haben, sie kann jetzt da stehen, es ist etwas universelles gewesen und da weiß ich, stopp, stopp, stopp, stopp, stopp, stopp, wie kriegen wir das hin? Und dann gehen wir darum, ah, es geht um Feuer und Flammen, wie kriegt man die Flammen hin? Wie zieht man eigentlich da rein? Ohne eben diese, manchmal ist es schwierig, dass wir keine normale Band sind, wo man sagt, come on, one, two, three, four, let's go. Ja, dass man immer so frei ist und man jedes Instrument, ich glaube unser erstes Konzert war, die Songs waren alle fertig und dann hat jemand gesagt, die Bühne ist viel kleiner als ihr dachtet.
Tinka
01:12:36
Ja, wir können kein Klavier spielen.
Tim
01:12:38
Wir können das Klavier gar nicht mitnehmen. Na gut, da muss ich eben alle Songs nochmal auf Gitarre umschreiben. Und da dann das Gefühl reinzukriegen, ist natürlich so,
Sprecher unklar
01:12:46
eine
Tim
01:12:46
normale Band hat gesagt, ja, können wir nicht spielen. Und wir sagen dann, nee, es ist eine neue Challenge, let's do that. Lass uns dann noch mehr reingehen, lass uns ja die Namen reingehen und irgendwann klingelt es dann alles. Da sind die sechs Namen fertig, die Bilder sind fertig, die Texte sind fertig, die Musik wird fertig sein, das wird rund werden.
Tinka
01:13:06
Dann kommen die Auftritte.
Tim
01:13:07
Dann kommen die Auftritte. Und dazu musst du was erzählen. Das ist eigentlich das Geilste am Ganzen. Aber ich dachte, wir lassen sie. Ja, wir sind gespannt,
Tinka
01:13:17
wir sind ganz
Steve
01:13:18
ohr.
Tinka
01:13:19
Genau, das hat sich dann auch so ergeben, weil Tim eine Single ’rausgebracht hat mit seinem Solo-Projekt Brother Team und hat in einer Kirche gespielt. Und er kam raus und wir haben uns angeguckt und haben gesagt, okay, wo gehören die Saints hinten? Natürlich in Kirchen. Und daraufhin habe ich Kirchen angeschrieben, in Berlin, aber auch in Hessen, in Thüringen, glaube ich. Und wir sind jetzt quasi gerade dabei, für nächstes Jahr das so zu planen, dass wir dann in mehreren Kirchen deutschlandweit quasi die Saints auf jeden Fall spielen werden. Und wir sind super gespannt darauf, weil ich glaube, dieser Raum auch akustisch einfach total interessant ist und ganz viel hergibt. Ja, und ich glaube, durch den Titel ist das natürlich ein guter Anknüpfungspunkt, aber gleichzeitig sind die Texte ja jetzt nicht so, dass es da, es geht ja nicht um Gott, es geht ja um diese Figuren. Und ich glaube, das ist für mich dann auch ganz wichtig. Es soll jetzt nicht darum gehen, dass wir jetzt Texte für Gott geschrieben haben, sondern wir haben Texte über diese Heiligen geschrieben. Und da soll für mich auch ganz klar der Fokus bleiben. Und die Kirche ist dann mehr der Raum, der akustische Raum, der das quasi hergibt, das da zu spielen. Und da habe ich richtig Lust drauf. Da bin ich sehr, sehr gespannt, wie das dann klingt.
Gatto Nero
01:14:39
Zur Anmerkung. Es gibt in Schleswig ein wunderschönen Dom. Es
Steve
01:14:44
lag mir auf der Zunge, Gattu, ich wollte genau das Gleiche sagen. Also, es schreit nach euch.
Tinka
01:14:51
Sehr gut.
Steve
01:14:52
Ja, ja. Das wäre
Tim
01:14:54
toll. Ja, da freue ich mich sehr drauf. Und ich glaube, das ist, uns geht es darum, wir wollen ja eine Experience selber haben. Ja. Text, Musik, Bild. Und schaffen. Und schaffen. Und dann weiß ich auch, dann darf das Letzte nicht fehlen.
Tinka
01:15:11
Ja.
Tim
01:15:11
Und das ist die Präsentation. Und wenn die im Jugendclub jetzt hier in Berlin Marzahn stattfindet, würde ich sagen, ja, nee. Ist auch schön.
Tinka
01:15:22
Ja, oder man könnte ja auch Bars und andere Locations anschreiben. Es ist auch nicht gesagt, dass wir das nicht tun. Aber die Vorstellung in so einer Kirche zu sein und im besten Fall noch einen Banner zu haben mit den Bildern oder eine Leinwand oder so ist sehr viel reizvoller für uns.
Gatto Nero
01:15:39
Ich kenne das in der Kreativität. Es muss dann alles passen. Es muss eine ganz runde Sache werden. Komplett der Kreis muss sich schließen. Oh ja.
Tinka
01:15:48
Das muss auf jeden Fall die Krönung sein. Deswegen bin ich auch schon froh, dass wir schon mehrere Orte jetzt auch haben, die gesagt haben, ja super, das machen wir. Und das Einzige, was jetzt noch fehlt, ist, dass wir konkrete Daten festmachen. Da müssen wir uns dann natürlich einmal zusammensetzen und das planen, dass es funktioniert.
Steve
01:16:06
Ja. Noch einmal zurück zu den Heiligen. Hat euch bei der Recherche irgendwas überrascht oder ein bisheriges Bild von einer dieser Frauen oder von mehreren so völlig auf den Kopf gestellt?
Tinka
01:16:21
Ich glaube, bei mir hat es eher dazu geführt, dass ich mehr davon kennengelernt habe. Also ich habe das eher so im Kopf gehabt, dass ich dachte, naja gut, die sind halt alle Heilige. Und die wussten das alle und haben dann gesagt, okay, ich habe jetzt zum Beispiel Visionen und dann ist das alles, dann passt das quasi alles so. Und Theresa von Avila, das war die, die ich eben schon erwähnt hatte, das ist eben für mich so diese Zerrissene gewesen, die zwar daran geglaubt hat, dass das alles so stimmt, aber die damit gar nicht umgehen konnte. Und das fand ich so, das hat für mich das Bild, glaube ich, einfach noch erweitert. Und das war dann für mich so das Interessante, dass die eben nicht alle gleich sind, sondern dass es wirklich, ja, dass es eben auch Individuen sind. Und wenn man sich damit ein bisschen beschäftigt, findet man auch direkt Infos dazu. Also es ist gar nicht so, dass es schwer wäre, daran zu kommen, sondern ich habe das Gefühl, das Bild von solchen heiligen Frauen ist sehr homogen im Sinne von, die sind dann ganz sozusagen artig und brav und dienen Gott. Und man hat gar nicht im Kopf, dass zum Beispiel Hildegard von Bingen sich unglaublich gestritten hat mit dem Papst, weil sie gesagt hat, sie macht ein eigenes Kloster auf und er hat gesagt, es geht nicht als Frau. Und sie hat gesagt, ich mache es aber trotzdem, Gott hat es mir gesagt. Das heißt, das bedeutet auch ganz viel Unruhe und Streit und gar nicht dieses, ah, ich habe ein klares Licht und plötzlich sind alle meine Fragen gelöst. Ja, so möchte man die Frau
Gatto Nero
01:17:53
natürlich immer nicht sehen.
Tinka
01:17:55
Richtig...!
Steve
01:17:59
Also es gibt halt die Titel, die unbeirrbare, die liebende, oder wie du schon erwähnt hast, die Zerrissene, sind das jetzt Titel, die sich eindeutig aus der historischen Biografie jeweils ergeben haben? Oder ist das auch ein persönliches Gefühl, das ihr für die entwickelt habt, das zu den Titeln geführt hat? Ich
Tinka
01:18:18
würde sagen das Letztere. Also es war mehr so dieses, das ist für mich der Schwerpunkt bei der jeweiligen Figur. Also, weil theoretisch würde man wahrscheinlich sagen, die sind ja alle liebende, weil sie ja alle Gott lieben und sich quasi dem Glaube hingegeben haben. Und trotzdem ist es dann ja ganz verschieden. Das heißt, ich habe so ein bisschen versucht, bei den Titeln zu sagen, wo ist denn für mich so der Haken, sozusagen, wo kann man einhaken thematisch und dann zu sagen, Klara von Assisi, das ist zum Beispiel die unbeirrbare, die hat nie gezweifelt. Also so, selbst kurz vor ihrem Tod, war sie völlig klar. Und dann gibt es andere, die sind ganz anders. Das heißt, ich habe eigentlich immer so ein bisschen geguckt bei der Titelauswahl. Wo ist der Fokus für diese einzelne Person? Aber den könnte man auf jeden Fall auch erweitern.
Steve
01:19:18
Jetzt gibt es so einen Aspekt.
Sprecher unklar
01:19:25
Der
Steve
01:19:25
macht mich dann wirklich fuchsig, weil das ist so bekloppt. Das ist wie diese Geschichten mit den Hexen. Ich schmeiß sie mal ins Wasser. Und wenn sie das überlebt, dann, also mit einem Stein, und wenn sie das überlebt, war klar, dann ist es ne Hexe, dann haben wir alles richtig gemacht, Erfolg gleich null. Oder sie geht halt unter, ertrinkt, dann war es halt keine Hexe. Ja, blöd für sie, ist jetzt halt tot. Aber ich jetzt auch schon da, denke, zum Todeverurteilt. Und dann irgendwann sie, ja, war doch jetzt vielleicht nicht so gut. Was macht das mit euch? Mich macht sowas fuchsig.
Tinka
01:20:03
Mich macht das super wütend. Und es führt, glaube ich, noch mehr dazu, dass ich denke, okay, wir müssen uns noch mehr mit denen beschäftigen, weil es kann ja nicht sein. Also schon, wenn man anfängt, die zu suchen, im Internet nach Bildern zum Beispiel, mich hat das schon oft gestört, dass die dargestellt werden, wenn die gemalt sind, mittelalterlich, eigentlich immer mit dem, ich nenn es jetzt mal Instrument, mit dem sie umgebracht wurden. Also, da hab ich gedacht, das kann ja wohl nicht wahr sein, dass das, das ist, was die auszeichnet. Also, also da muss ja irgendwie, da muss ja mehr sein. Und genau, mich hat das eher wütend gemacht, um darin bestärkt zu sagen, okay, Kirche selber soll für mich in den Texten keine Rolle spielen. Sondern es soll um diese Figuren gehen. Ich weiß nicht, wie es bei dir ist.
Sprecher unklar
01:20:50
Ich
Tim
01:20:51
fand es, wir sind noch, nee, ich fang das anders an. Tinka und ich haben sehr schnell festgestellt, wenn man sich kennenlernt, dann tauscht man sich aus. Und auch, was ist Feminismus und so. Und natürlich kann man so leicht heutzutage sagen, ja, klar, ich bin Feminist und was soll das denn alles. Und dann stellt sich aber raus, man hat dann doch irgendwelche Althergebrachten, Ideen, Vorstellungen, die sitzen tief. Und ich fand das unheimlich wichtig, zu sagen, lass uns doch mal gucken, wie können wir diese Person betrachten, ohne den männlichen Blick drauf zu haben,
Gatto Nero
01:21:28
ohne
Tim
01:21:29
den kirchlichen Blick. Sie wohnen ja dann, sie sind ja Heilige. Und dann, ja, aber wer hat das denn entschieden? Und warum sind die denn Heilig? Und ich finde, das ist ein, da merkt man auf einmal, es ist eine große Diskrepanz gewesen, wie ich oder wie wir beide das wahrgenommen haben. Und wie es wahrgenommen wird. Oder im Beispiel von Hexen. Alle haben so diese romantische Vorstellung von Hexen. Und die sehen alle gut aus und reiten auf Besen. Und ich kenne solche Darstellen, und ich finde die zum Teil auch toll. Aber zu sehen, warum wurden diese Frauen eigentlich verfolgt? Was war denn eigentlich das Problem? Und dann zu gucken, mit was für unfassbar, leider nicht immer komplett veralteten Sachen, heutzutage tauchen Vorurteile auf. Du denkst, das kann doch nicht wahr sein. Das ist doch bescheuert. Es gibt Menschen, die haben aufrichtige Probleme damit, wenn eine Frau Präsidentin in den USA wird. Das ist für die No-Go. Es ist völlig egal, ob diese Frau geeignet ist oder nicht. Und ich sage, okay, wir sind noch weit weg davon. Und wie können wir es denn hinbekommen, so was darzustellen, ohne, ja, Frauenpower ist super, ohne, ja, sie war jetzt super eloquent oder so, das müssen wir rausholen, sondern diese Frau hatte irgendeine von den Saints. Das hatten wir auch bei den Sirens schon, das hatten wir auch ein bisschen schon bei dem Thema Witches, was wir hatten, das haben wir noch mal ein bisschen zurückgestellt. Weil wir festgestellt haben, ah, wir müssen aufpassen, das soll nicht zu folkloristisch werden. Sondern wie kriegen wir es ins jetzt? Weil mich hat ich als alter Metaller, mich hat Hexenverbrenner unfassbar aufgebracht. Aber es geht ja nicht nur darum, dass Frauen verbrannt wurden. Es ging darum, dass jemand gesagt hat, das, was ihr macht, so wie es lebt, ist nicht richtig. Und so schlimm für uns, dass wir nur euren Tod als Lösung finden. Und das ist was, was mich auch wüten macht, auch im Nachnein. Aber was ja immer noch heute in der Welt, vielleicht jetzt nicht in Deutschland, selbst da, auf bestimmte Art, aber in Ländern immer noch passiert. Wo ich sage, nee, das Thema ist nie durch. Es ist immer wichtig zu sagen, hey, das sind Menschen, die haben diese Ansichten. Wie beurteilen wir das eigentlich? Ich weiß nicht, ob ich das gut rübergebracht habe, aber es ist... Ich finde schon, ja. Deswegen dachte ich gerade bei Saints, hey, lass uns das nicht, Mutter Teresa machen und sagen, da hat so viel Menschen geholfen. Richtig. Was hat Mutter Teresa nachts denn eigentlich geflüstert, als sie zu Gott sprach? Hat die Frau geweint? Hat sie die Rückenschmerzen? Hat sie irgendwann alles aufgegeben? Eigentlich für sich und am nächsten Tag gesagt, okay, komm, ich mach das jetzt doch. Wir wissen es nicht alles. Und bei den Saints war mir das eben wichtig, die Texte historisch richtig, aber nicht als, sie wurde geboren, sie hat getan, sie ist gestorben. Sondern, wow, was bringt denn einen Menschen dazu, trotz Vision, trotz Zweifel zu sagen, nein, das ist doch das Richtige. Und wie viel Gegenwind hat die in ihrem Dorf, in ihrer Stadt bekommen?
Gatto Nero
01:24:27
Ja.
Tim
01:24:27
Wow, das finde ich, ja, es wühlt mich dann auf. Und ich sehe, wie heutzutage immer noch, viele junge Menschen, die ich sehe, denke ich, ihr müsst immer noch gegen Anrudern, gegen alte Normen, gegen Vorurteile, gegen nicht wahrgenommen werden. Und manchmal werden Inhalte nicht gesehen. Ich finde die Diskussion immer interessant. Und wir tauschen uns da viel darüber aus. Ich finde so ein Projekt ist genau richtig dafür.
Gatto Nero
01:24:56
Ich dachte auch gerade, und würde sie heute leben, und was posten, wie viel Hate hätte sie in den Kommentaren von Männern?
Tinka
01:25:03
Richtig. Ja, genau. Und ich glaube, aber solche Gedanken sind ja auch in die Auswahl mit eingeflossenes mir gerade noch eingefallen, weil wir haben natürlich jetzt auch mehr Hintergrundinfos zu den Einzelnen. Und darauf habe ich dann auch geachtet. Also es ging dann darum, okay, z.B. Hildegard von Bingen super gebildet, ganz viel Privilegien. Und Katharina von Siener, z .B. das steht dann nicht im Songtext, aber die konnte nicht lesen und nicht schreiben. Und das heißt, wir haben schon versucht, auch darauf zu achten, dass da so etwas, wie ein bisschen eine Breite quasi drin ist. Und eben nicht nur so eine ganz bestimmte, feine Auswahl.
Steve
01:25:45
Damit wir mal ein ganz kleines Gefühl dafür kriegen, wie diese einzelnen Projektteile zu aussehen. Tinka, hast du mal vielleicht von Mächthild von Magdeburg, die mir am wenigsten gesagt hat, vielleicht einfach mal das Gedicht parat?
Tinka
01:26:03
Ja, gerne, das ist direkt schon auf Englisch geschrieben. Und der Untertitel ist The Lover, also die Liebende. She stands alone on soil softened by prayer. The wind gathering her robes like a gesture of grace. Still, but like a dancer held in a moment before movement. Her face turns toward the sun, not in worship, but in recognition. For she has tasted it, not only the soul's longing for God, but God's longing for her. That ache in the heavens tender and wild, reaching downward just as she lifts her heart. She does not kneel, she listens. And when she speaks, her words are light. She belongs to no rule, no master, no silence. Only to the fierce reciprocal fire between her soul and the divine.
Gatto Nero
01:27:21
Danke,
Steve
01:27:22
man hat
Gatto Nero
01:27:22
sofort ein Bild.
Steve
01:27:28
Nicht nur bei der Protagonistin, sondern auch bei dir. Das bringt mich jetzt zu einer ganz wichtigen Frage. Also, ich hab's ja schon ganz kurz angerissen, diese geplante Kirchentour, sag ich mal. Wenn's ideal läuft, wie würde man denn also das Gesamtwerk aus Gedichten, Bildern und Musik wahrnehmen können?
Tinka
01:27:53
Also, ich stell mir das so vor, eine Kirche. Dann am liebsten an den Wänden die Gedichte. Und vielleicht auch die Bildbearbeitungen nenne ich's jetzt mal, weil ich hab mir die Bilder, die wir gemacht haben, oder die Tim gemacht hat, noch mal vorgenommen und quasi bestickt. Die würde ich gerne hinhängen. Und Tim hatte den Wunsch auf jeden Fall noch so was wie entweder Musikvideo oder zumindest kurze Video-Sequenzen zu den einzelnen Heiligen zu machen. Wenn so was im Hintergrund lief, während wir die Songs performen. Ich glaub, das wäre für mich so meine Idealvorstellung. Und jetzt du. Jetzt
Steve
01:28:36
muss ich kurz nachfragen, du hast gesagt, bestickt. Was ist da passiert?
Tinka
01:28:41
Genau, ich hab die Bilder in, ich glaub, A4 ausgedruckt. Und dann hab ich zu Hause, ich mach ganz viele Collagen, also aus Texten, Bildern und allem, was ich so habe. Und dann bin ich quasi an meinen Material gegangen. Hab mir Hintergründe rausgesucht, von denen ich fand, dass sie passen. Und hab mit Stickgarn in verschiedenen Farben was dargestellt, wo ich fand, das fehlt noch. Oder dass er kann das Bild ergänzen, irgendwas aus dem Text. Also es gibt zum Beispiel eine, die guckt so nach oben. Und dann hab ich von oben runter gestickt, so wie Strahlen. Oder bei der einen, die steht vor Natur. Da hab ich so was wie Fesseln um ihre Füße gemacht. Also so einfach zu gucken, was, wir hatten uns in dem Zusammenhang so ein bisschen gefragt, was passiert eigentlich, wenn Tim quasi die Bilder an mich zurückspielt und ich die Texte an ihn. Was machen wir, also was passiert als nächster Schritt, wenn man nicht sagt, ah, das war's jetzt, wir sind jetzt fertig. Sondern, okay, soweit sind wir bisher gekommen. Und jetzt guck ich mir das noch mal neu an. Und so hat das angefangen. Genau.
Steve
01:29:54
Tim, möchtest du noch was zur Präsentation ergänzen?
Tim
01:30:00
Ich finde, man muss das visuelle sehen. Ich würde es, wir hatten auch überlegt, was bringt man denn noch mit, was man jemand nachher mitgeben kann und da hat man überlegt, wir machen so ein kleines Zine. Also ein kleines, wie so ein Begleiter, wo die Bilder drauf sind, wo die Texte natürlich drin sind. Wir hatten auch kurz überlegt, ob wir noch was Historisches dazu schreiben. Aber haben wir uns jetzt erst mal dagegen geschehen entschieden. Und es soll aber auch viel, es soll klar sein, wir kommen hier alle jetzt heute Abend her, hören uns das an und es ist keine Band, die spielt, sondern es ist halt Song, es ist Sound, es ist wie so ein, ich weiß nicht, wie so ein Hörspiel oder wenn man die Bilder sieht, wie so, es soll, wie so eine, ja, wie so ein kleiner, wie so ein Kurzfilm pro Song, wie so ein Hörspiel passt eigentlich ganz gut. Für mich wäre das toll, wenn wir das große Banner hätten, die weiß sind und da werden die draufprojiziert und dann wehen die leicht, natürlich stellt man sich so was vor. Aber ich wüsste auch, wie man viele Sachen umsetzen kann. Es hängt dann natürlich für die Räumlichkeiten ab. Aber zu wissen, hey, da ist ein Bild und darum geht es jetzt.
Steve
01:31:11
Nicht
Tim
01:31:11
ganz so wie im Unterricht, so lehrreich, hallo, das nächste Song ist so, sondern es geht um die. Lasst
Tinka
01:31:19
euch drauf ein.
Tim
01:31:20
Lasst euch drauf ein und so vielleicht sagt Tinka auch kurz was und oder ließ zwei Zeilen oder ne vier Zeilen daraus vor, so wie eben, ich denke genau, was Gato gesagt hat, dann entsteht ein Bild und das noch zu verstärken,
Tinka
01:31:36
ja,
Tim
01:31:36
und dann mit Sounds und Musik zu spielen, das zu umtanzen, auch so ein bisschen ohne Tanzmusik zu machen. Richtig. Ja, das ist uns wichtig. Wie kommen wir in die Tiefe, die uns auch ansprechen würde?
Sprecher unklar
01:31:51
Da
Gatto Nero
01:31:52
frage ich mich sofort, habt ihr ne Vorstellung davon, mit was für ein Gefühl die Leute nach Hause gehen sollen, wenn sie eure Kunst erlebt haben?
Tinka
01:32:03
Am liebsten für mich sollten sie Lust haben, sich vielleicht noch ein bisschen damit zu beschäftigen. Und da ich selber sehr, sehr stark auf Songtexte achte, da freu ich mich immer, wenn jemand an dem Abend rausgeht und hat vielleicht noch ne Zeile im Kopf. Also, wenn man das Gefühl hat, das lässt einen die nächsten Tage nicht los und vielleicht ploppt das immer mal wieder auf, einfach nur ein Stückchen aus nem Song oder ne Zeile oder sowas, das fände ich super schön, sowas mitzugeben und quasi dazu einzuladen, sich selber damit zu beschäftigen, egal ob man sagt, ich achte mehr auf die Texte oder mir ist die Musik wichtiger oder ich mag die Bilder, sondern so möglichst alle quasi einzuladen. Und wenn die die Einladung annehmen, das fände ich schön.
Tim
01:32:50
Ja, so ein Nachhall.
Gatto Nero
01:32:56
Jetzt bin ich natürlich auch richtig neugierig und Steve, ich glaub du auch. Wie klingt denn die Musik? Wie können wir uns das vorstellen? Wir können’s ja jetzt nicht hören.
Tim
01:33:06
Genau, wir klingen Heilige.
Gatto Nero
01:33:07
Ja.
Tim
01:33:09
Wie schon sagte, wir sind jetzt ja nicht ne Band und wir sind nicht an Genres gebunden. Und mich persönlich als Musiker hat immer gereizt, das Experimentelle zwischen ich mache Sounds, die ich verstehe, also ich hab auch, man hat Akkorde, die man kennt, man hat wahnsinnig schöne Gesangslinien. Also haben wir sehr viel Mühe, uns gegeben, doppelstimmige Gesangslinien zu machen, wo man vielleicht denkt, das könnte ja inspiriert sein von Simon & Garfunkel und so. Und dann sagt man von der Musik, ja, ich verstehe Elemente daraus, aber ich verstehe nicht alles. Es kommen auch Elemente von Drones mit rein Soundcharakteristik, wo wir mit bisschen wie Soundtrack Geräusche auch spielen. Es wird alles performt, also es wird nichts von Sampler oder so kommen, aber auch, wo man da richtig eintauchen kann. Und ich sage dann immer, so wie man Elemente von Bands wie Sigur Rós oder so hat, oder Drone-Unsachen wie von einer Band von Sun. Und gleichzeitig kommen solche kleinen Neo-Folk -Auspekte da rein, wo man denkt, was ist das denn schon wieder? Dann kommen wieder so kleine Soundspieler rein, wo ich sage, ach, das könnte ich doch bei einer Platte von Tiamat Wild Honey einordnen. Und alles ist irgendwie mit drin. Und ich denke, das wird auf jeden Fall, es sind Neoclassik-Sachen drin, aber auch nie, dass wir sagen, wir sind jetzt Neoclassik, nur um das Neoclassik-Willens. Aber wir greifen viel ab von vielen Sachen, die uns beeinflussen. Und ich stelle mir mal vor, wie wäre es eigentlich, wenn ich ein Soundtrack machen würde, zum Film von Jim Jarmusch und David Lynch. Wie würde denn sowas aussehen? Und ohne mit den klassischen, ja, ich mache jetzt hier ein bisschen Synthesizer oder ich mache jetzt hier mal so ein Johnny Cash Song. Was passt von diesen ganzen Elementen genau dazu? Dafür nehmen wir manchmal Adjektive aus dem Text, Light, Fire und dieses Gefühl von, die bricht gleich zusammen. Also es muss Fragil sein. Wie kriegen wir es denn hin, Fragil zu sein? Und es ist ein Riesen-Challenge, das mit eigentlich nur einem Hauptinstrument zu machen. Aber es macht unfassbar viel Spaß. Und ich glaube, soundmäßig wird das nachher sein. Ich kann das nicht festpinn, was es ist. So wie eine Band für mich, wie Dead Can Dance, waren früher für mich nicht fest, keine Ahnung, wie ich hätte das nennen müssen. Da gab es tausend Bezeichnungen. Und das finde ich reizwahl. Das ist für mich da reizusagen. Nimm alles zusammen, was du finden kannst, mach was daraus. Und jetzt muss es passen zu dem, was wir umsetzen wollen.
Steve
01:35:50
Mir kommt spontan der Begriff Soundtüftler in den Kopf. Ich glaube, das trifft es sehr gut, oder? Siehst du dich selber so, Tim?
Tim
01:36:00
Ja, ich habe irgendwann festgestellt, dass mir Sound wichtiger ist als das Instrument selber. Es ist jetzt etarell geworden. Aber ich war immer fasziniert von Klang. Wie klingt etwas? Und für mich war Technik nie wichtig. Und gerade, wenn man aus dem Metal kommt und jemand sagt, die Band ist super technisch, aber es ist nicht interessant. Es zieht mich nicht rein in eine Welt. Und das ist das Wichtige. Wie kriege ich ein Sound hin, der mich nicht ablenkt? Dass jemand sagt, der spielt ja Fender Telecaster. Sondern wow, das klingt ja jetzt gerade wie, als würde jemand durch Nebel auf so mosigen Boden gehen. Wie klingt so etwas eigentlich? Und ohne jetzt zu sagen, mos, mos, mos, wind, wind oder so. Wie kann man das sound, was ist das Erlebnis? Und damit beschäftige ich mich ja viel.
Tinka
01:36:47
Ja, und das führt, glaube ich, dann auch dazu, dass wir das dann auch in die Texte reintragen. Also wie Tim gerade schon gesagt hatte. Manchmal sitzen wir dann auch da und dann sagt Tim, okay, was sind denn so für dich die zwei Hauptworte oder so aus dem Song? Und dann sage ich, okay, es ist Fire. Okay, wie kriegt man Fire denn jetzt musikalisch umgesetzt? Dass man so eine, wie so eine Hitze oder dass sich da so etwas aufbaut quasi. Und damit beschäftigen wir uns ganz viel. Und ja, ich glaube für Tim ist das manchmal dann echt auch anspruchsvoll, weil ich sage, nee, das muss mehr so und so klingen. Aber ich selber spiel gar nicht so wirklich Instrumente. Also ich habe, ich habe ein Theremin zum Beispiel, das spiele ich auch. Aber das habe ich von Tim zum Geburtstag bekommen. Das hat auch direkt dann Einzug in den zweiten Song, kommt das mit rein. Also das heißt, wir gucken aber auch manchmal sehr gezielt und müssen oder müssen nicht. Aber wir sprechen da ganz viel drüber mit, wenn ich sage, ja, das klingt noch nicht kalt genug. Oder das muss irgendwie, also so. Und ich kann es dann auch nicht besser beschreiben. Aber Tim kann es meistens dann sehr gut umsetzen, weil er halt auch offen dafür ist. Und ich sage, ja, ich bin ja Gitarist.
Tim
01:37:52
Der Kern ist immer der Gesang. Das muss man dazu sagen. Wir haben schöne Gesangslinien. Schön im Sinne von wir, ich komme musikalisch, würde ich sagen, die 80er haben tolle Gesangslinien. Einfach auch gehabt, die für ewig hängen geblieben sind. Und das mochte ich immer. Gute Gesangslinien, manchmal gute Hooks. Aber trotzdem nie zu sagen, okay, wir machen jetzt Pop-Songs. Wir machen jetzt...
Tinka
01:38:14
Richtig, wir würden das nicht opfern.
Tim
01:38:17
Nee, die Gesangslinien müssen sitzen. Die Zweistimmigkeit ist da. Das finde ich bis jetzt sehr gut gelungen. Die Musik trägt das einfach.
Tinka
01:38:27
Und wir haben beide auch ein Gefühl, wenn es zu glatt wird, dann sagt einer von uns, okay, jetzt müssen wir es noch mal aufbrechen oder jetzt muss es noch ein bisschen dunkler. Jetzt muss da etwas Düsteres wieder rein.
Tim
01:38:37
Ja, Düster wird es eigentlich immer automatisch. Da kann man nichts mehr machen.
Gatto Nero
01:38:43
Ja, so Tim, auf deine Interpretation vom Lost Highway Soundtrack, da wäre ich sehr gespannt. Das ist ja
Tinka
01:38:49
auch
Gatto Nero
01:38:49
eines meiner
Tinka
01:38:50
Lieblingsfilme. David Lynch steht auch schon lange auf unserer Liste, uns dem mal anzunähern, aber auch da ohne das dann eins zu eins zu übertragen. Deswegen haben wir es auch noch mal zurückgestellt, weil wir bei den... Wir wollten das schon fotografisch umsetzen, haben gemerkt, wir sind noch zu bildlich, tatsächlich. Und dann haben wir gemerkt, okay, wir treten noch mal einen Schritt zurück und warten noch mal, aber da habe ich auch sehr Lust drauf.
Gatto Nero
01:39:13
Da kommen gerade ein spannendes Projekt in den Sinn. Die Frauen von David Lynch quasi als... Oh, das finde ich gut. Das werde ich alles und so weiter. Gute Idee. Ja,
Tim
01:39:26
das hätten wir auch Lust. Also beim Lost Highway Soundtrack, den ich auch sehr schätze,
Tinka
01:39:30
finde
Tim
01:39:31
ich immer, sollte man verweisen auf David Bowie, auf seine Platte outside. Und eigentlich nicht die bekannteste Bowie-Platte, aber die in sich ist wie so eine Welt, so eine David Lynch-Welt. Super-experimentell, tolle Songs, wilde Songs, alles Mögliche drauf. Ich sag, ja, das entspricht David Lynch mehr, als wenn ich jetzt anfangen würde und Badalamenti-mäßig... Dann wüsste ich, ja, okay, das klingt jetzt wie David Lynch. Das wäre uns zu wenig. Da wäre der Challenge nicht da so, wie machen wir das? Wer ist denn jetzt Audrey eigentlich?
Tinka
01:40:06
Ja, richtig.
Tim
01:40:06
Wer ist denn? Was ist
Tinka
01:40:08
our take on Audrey?
Tim
01:40:11
Genau. Und das unabhängig von der, wie sie dargestellt ist, wir interpretieren das. Das wird nochmal spannend. Aber jetzt machen wir erstmal die Saints. Vielleicht dann sagen wir uns, vielleicht machen wir auch Witches. Das ist ja immer so, wir machen es ja leider nicht. Hauptberuflich so im Sinne von, dass wir all unsere Zeit da reinstecken können. Ich muss ja ab und zu nochmal bestatten. Das stimmt. Und ich unterrichte.
Steve
01:40:38
Könnte man von Kunst doch nur leben. Ach
Gatto Nero
01:40:40
ja.
Steve
01:40:41
Ach ja. Aber machen wir das fast lieber nicht auf, aber ich würde es zumindest einmal reinwerfen. Es ist tatsächlich auch das zweite Mal in Folge jetzt, dass wir mit Musikern sprechen. Und es ist auch nicht das letzte Mal, die Folge setzen wir auch in unserer nächsten Episode nochmal fort. Ohne dass wir verraten, wer da wäre. Jetzt kommen wir von experimenteller Musik zu einer sehr, sehr experimentellen Frage. Ich bitte um Aufmerksamkeit, weil jetzt bin ich sehr, sehr gespannt auf eure Antwort darauf. Stellt euch mal vor, dass eure sechs Protagonisten heute, vielleicht bei euch im Esszimmer, an einem Tisch säßen. Worum glaubt ihr, würde es gehen? Wer würde das Gespräch übernehmen? Wer wäre vielleicht diejenige, die am ehesten widerspricht? Und wer würde vielleicht vermutlich aufstehen und gehen?
Tinka
01:41:41
Also ich glaube, Hildegard von Bingen würde das Ganze leiten. Die würde sich vielleicht gar nicht, also nicht im Sinne von, dass sie die meiste Redezeit hätte. Aber ich glaube, die würde so ein bisschen darauf achten, dass alle sprechen können und das so ein bisschen organisieren. Das wäre meine Vermutung. Und ich glaube, Klara von Assisi wäre am schwierigsten zu überzeugen von einer anderen Meinung. Ich glaube, Katharina von Sienna würde am ehesten laut werden und diskutieren. Theresa von Avila würde sich auf jeden Fall alle Seiten anhören. Johanna von Orléans würde sich auf jeden Fall einsetzen, falls sie merkt, jetzt läuft es aus dem Ruder, jetzt wird es beleidigend oder sowas. Und Mechthild von Magdeburg wäre, glaube ich, eher ruhig, aber so ganz auf den Punkt und so sehr in sich ruhen. Und jetzt sagst du das Thema, über das sie sprechen würden.
Tim
01:42:53
Ich glaube, die würden erst mal kommen und fragen, warum sitzen wir hier? Dann würden wir sagen, ihr seid auch Heilige, die würden sich angucken. Alle hätten eine unterschiedliche Vorstellung, wir sind Heilige, dann würde jemand vor auffallen, wir sind alle Frauen. Ist das jetzt ein Frauending? Nein,
Tinka
01:43:07
das sind wir im Frauenkloster.
Tim
01:43:08
Was trägst du eigentlich für Klamotten? Wie macht man das eigentlich? Und was ist denn eigentlich dein Thema? Wir verbinden sie natürlich jetzt über ein... Und ich glaube, es ist spannend, das zu sehen. Wie würden die miteinander umgehen? Die Frage ist natürlich, wie würden wir auch damit umgehen? Wenn ich wüsste, da ist jemand, die damals vielleicht, oh Gott, die ist irre, die hat Vision. Heutzutage würde man sagen, ja, okay, alles klar, das ist vielleicht hyperintelligent, hochsensibel, ein bisschen ADHS ist damit doch drin. Alles klar, müssten wir vielleicht damit ein bisschen umzugehen. Setzt du dich mal dahin, trägt nicht zu viel Kaffee oder was, was ich, was wir damit machen würden. Aber es ist eine spannende Frage, ja.
Tinka
01:43:49
Ich glaube, mit Hildegard von Bingen würde ich am liebsten über die Sprache, die sie erfunden hat, sprechen, weil die bis heute nicht aufgelöst ist, über die Zeichen. Und sie sagen, okay, ich würde sie fragen, ob sie mir ein Wort verraten kann, was es bedeutet. Denn da wird bis heute dran gerezelt. Also, die hat sich eigene Zeichen ausgedacht. Und man weiß nicht, ob es nur eine Spielerei war oder ob es wirklich Inhalt hat. Es gibt keine Überlieferung dazu.
Steve
01:44:13
Am Himmels willen hoffentlich hat diese arme Frau nicht einfach nur gekritzelt.
Tinka
01:44:16
Richtig, das ist nämlich die Frage. Vielleicht würde sie auch sagen, nein, das war einfach nur so. Aber eigentlich war Papier damals zu teuer und farbe. Deswegen denkt man nie.
Steve
01:44:25
Ja, gut, okay, das sprecht wieder dafür. Wer weiß? Möglicherweise schlummert da auch so’n Tolkien’sches Thema.
Tinka
01:44:33
Ja, das habe ich nämlich auch gedacht. Ich habe mal ein Seminar zu Kunstsprachen gegeben und da ging es auch um Tolkien.
Tim
01:44:39
Ich glaube, ich habe das Boot sich an. Ich würde eine Frage stellen. Ich würde sagen, wer ist Gott? Und dann hören.
Tinka
01:44:46
Wie
Tim
01:44:46
wird das interpretiert? Wer benutzt das Wort Gott überhaupt? Ich würde sagen, etwas ganz anderes dazu.
Steve
01:44:52
Da wird es doch jetzt spannend. Da frage ich jetzt nach. Ich habe von keiner gesagt, die würde aufstehen und gehen. Aber ist die Frage nach wer ist Gott nicht eigentlich eine, wo man sagt, bei sechs Leuten muss einer Wutschnaubend irgendwann aufstehen?
Tinka
01:45:07
Vielleicht einer von uns. Vielleicht werden sie sicher auch alle einig. Und plötzlich werden wir diejenigen, die sagen, wie bitte, das kann ja irgendwo nicht sein.
Steve
01:45:18
Oder ihr seid die Ketzer.
Tinka
01:45:20
Richtig, das kann auch sein.
Gatto Nero
01:45:24
Total spannendes Gedankenexperiment. Ich sehe es direkt vor mir als Film. Wie so ein Kammerspiel. Es wird sehr spannend. Verschiedene Themen, die diskutiert werden. Feminismus, Gott. Ja.
Steve
01:45:39
Ihr seid tatsächlich diejenigen, denen ich zutrauen würde, daraus noch mal ein Theaterstück zu machen. Das
Tinka
01:45:44
wäre eine gute Idee. Das machen wir einfach als nächstes. Wir haben viel zu tun.
Steve
01:45:51
Ich verlangte. Ich habe keine Credits, aber ich wäre gerne bei der Premiere dabei. Und wenn ihr mögt, könnte ich ja vorher ein, zwei Worte sagen. Ich moderier’ manchmal ganz gerne.
Gatto Nero
01:46:01
Kurze Werbepause.
Steve
01:46:04
Ihr hört Schwarzgesagt, den Szene-Podcast.
Gatto Nero
01:46:08
Und wenn ihr immer ein Stück Schwarzgesagt bei euch tragen wollt, dann schaut in unserem Merch-Shop vorbei.
Steve
01:46:14
Unter shop.schwarzgesagt.de findet ihr Shirts, Beutel und ausgewählte Motive. Manche davon nur für kurze Zeit.
Gatto Nero
01:46:22
Mit jedem Kauf unterstützt ihr uns dabei, Schwarzgesagt unabhängig zu halten und weiter wachsen zu lassen.
Steve
01:46:27
Und ganz nebenbei habt ihr ein neues Lieblingsshirt für die nächste Clubnacht. Werbung Ende.
Gatto Nero
01:46:45
Tinka und Tim. Ihr seid zwei Menschen. Ich könnte mich mit euch und Steve wahrscheinlich auch noch Stunden unterhalten. Es ist total inspirierend und bereichernd. Ist der Wahnsinn. Aber wir kommen langsam zum Ende. Und ich habe noch eine Frage, die wir immer fragen. Haben wir irgendwas vergessen zu fragen? Möchtet ihr noch zu irgendeinem Thema etwas sagen, was ihr heute noch nicht gemacht habt?
Tinka
01:47:15
Ich glaube, Thema fällt mir gar nichts mehr ein. Es fühlt sich für mich auf jeden Fall sehr rund an. Freuen uns natürlich, falls ihr uns Folgen mögt auf den bekannten sozialen Medien. Denn wir planen ja jetzt gerade, dass wir dann auch auftreten. Und natürlich freuen wir uns, wenn ganz viele Menschen vorbeikommen. Tatsächlich ist seit ungefähr einem Jahr auch unser Traum irgendwann mal beim WGT dabei zu sein. Also, so was wäre sehr fein. Genau. Von daher.
Tim
01:47:43
Sehr professionell.
Tinka
01:47:45
Ja.
Tim
01:47:47
Ich fand es super, auch wenn es zwei Stunden war, super kurzweilig. Ich hätte jetzt Bock, nochmal zwei Stunden zu machen. Und dann würden wir die Fragen aber umdrehen. Und mal wissen, wer sind denn eigentlich die Charaktere hinter Schwarz gesagt? Also, ich find’ das toll, dass ihr das macht. Ganz ehrlich für mich. Ich fühle mich hier sehr gehört, gesehen. Wir sehen uns ja auch gerade. Gehört uns macht Spaß. Und ich finde mal Menschen, die die Szene voranbringen, dem sie wiederum Leute an’s Mikro zerrt und sie ausreicht, bringt das alles nur weiter. Macht es bunter, macht es vielfältiger Zeit, wie vielfältig die Szene ist. Wie viel wir reininterpretieren können, all das.
Gatto Nero
01:48:28
Und
Tim
01:48:28
jetzt stellen wir fest, wir reden über Heilige in einem Podcast, der Schwarz gesagt heißt, und es ist nicht fremd, aber das liegt ja auch an eurer Kuration, dass sie sagt, die laden wir mal ein, wir fragen mal wie die drauf sind. An
Tinka
01:48:42
dem Raum,
Gatto Nero
01:48:42
den ihr bietet,
Tim
01:48:44
das ist sehr,
Gatto Nero
01:48:44
sehr schön. Herzlichen Dank, kann ich nur zurückgeben. Und wie gesagt, als ich reingehört habe schon und mich beschäftigt habe, habe ich gedacht, verdammt, wie sage ich das nicht vorher gewusst. Das ist so was ein neues für mich, so ungewöhnlich. Aber auch wunderschön und regt mich zum Nachdenken an und das hat man nur noch selten heutzutage. Gerade mit Projekten oder Musik ist vieles einfach nicht so, dass es lange nachhält und das ist bei euch anders. Also ich kann das von mir persönlich wirklich wärmstens empfehlen da draußen, hört gerne rein und es ist auch nichts zum Weiterskippen. Man hört es auch wirklich durch und zieht sich das Thema Hingabe bei euch wie so ein roter Faden bewusst durch die Werke oder ist es einfach, weil ihr selber so viel Leidenschaft und Hingabe mitbringt, dass das einfach immer wieder auftaucht? Ich
Tinka
01:49:42
glaube deswegen, wir sind beide sehr hingebungsvoll und leidenschaftlich und geben auch alles, was wir haben in unsere Kunst und Kreativität. Und ich glaube dadurch zieht sich das dann auch so durch. Ja, also bei mir auf jeden Fall.
Tim
01:49:58
Ja, ich glaube, dass es Was macht eine Sache eigentlich echt im Leben ist. So eine Hingabe dafür und oftmals muss man auch die Hingabe haben um sich zu wehren gegen Kritiker, gegen Leute sagen, das ist Zeitverschwendung oder solche Sachen oder das ist doch nur dunkler Kram oder das ist doch nur das ist ja nicht technisch gut oder irgendwas und sagen, wenn ich da nicht mit Hingabe rangehe, kann ich diese Stimmen nicht ausblenden und dadurch nicht meine eigene Stimme dann hören oder unsere und das war von Anfang an bei uns haben wir festgestellt, hey, wenn wir diese Beziehung haben wollen, dann müssen wir uns aber komplett einlassen. Das war jetzt kein Manifest, was wir geschrieben haben, sondern es war sehr schnell, boah, wenn ich in dieser Situation nicht so reagieren will, wie ich sonst reagiert habe, sondern mit Verständnis, mit Zuhören fordert das Kraft, aber die Hingabe möchte ich reinbringen. Deswegen, ja, ich glaube, das ist in allem, was wir gerade machen, die Hingabe, die größte Motor.
Tinka
01:50:54
Das stimmt, ich hab grad währenddessen während Tim geredet, hat auch grad nochmal geguckt und eins meiner ersten Gedichte, was ich geschrieben hab, hat sich auch schon damit beschäftigt. Das heißt, ja, es zieht sich durch.
Steve
01:51:07
Also um in unserem um mit euren Texten zu bleiben mich hat es grad ein bisschen innerlich zerrissen, weil ich hab euch natürlich zugehört und und ähm, auch auf Gattos Frage antworten, aber ich hatte natürlich in mir noch diese lieben Worte von euch beiden auch zu unserem Podcast. Vielen, vielen Dank dafür, und ich sage jetzt so, es fühlt sich ein bisschen so an, als wären wir grade von Sunny Doom heilig gesprochen worden. Vielen Dank für dieses liebe Feedback. Jetzt dürft ihr noch einmal etwas mehr bereichern als nur uns und unsere Hörer hier im Podcast nämlich auch unsere schwarz gehört Playlist. Und wir sind sehr gespannt, ich glaube so gespannt war ich noch nie darauf, was Künstler auf unsere Playlist packen als bei euch. Also welche drei Songs jeweils habt ihr für schwarz gehört dabei?
Tinka
01:52:08
Wir haben uns tatsächlich auf drei Songs sogar geinigt. Also ich hab einen, dann hat Tim einen und einen haben wir noch zusammen. Der erste Song den ich drauf packe ist Cruel Mother von ØXN das ist eine irische Band und falls ihr die nicht kennt unbedingte Empfehlungen, die sind wahnsinnig toll, die machen Folk mit Drone mit allem möglichen. Wir haben sie zum Glück schon live gesehen und also absolute Empfehlung und Cruel Mother ist das Lied, was ich glaube ich am häufigsten als Ohrwurm habe. Dann der zweite Song von Tim.
Tim
01:52:46
Aus den 90ern einer meiner absolut lieblings Platten von einer Band aus Norwegen, die heißen The Third And The Mortal die Platte heißt Paintings on Glass mit viel Sound Spielereien, mit einer unfassbaren Sängerin und der erste Song da gibt es auch ein Video dazu das heißt Magma und das ist eines das mir immer die Gänse haut wieder über die Haut, über die Arme weht.
Tinka
01:53:17
Und der dritte Song auf den wir uns geeinigt haben ursprünglich wollten wir eigentlich von Romano-Mettelkutte wählen auch eine Hörempfehlung aber kommt nicht mit auf die Liste wir haben uns stattdessen entschieden für Strange Weather und zwar gekovert von Anna Calvi und David Byrne denn das war nicht nur der erste Song den Tim mir zugeschickt hat ich glaube nach unserem dritten Date und gesagt hat, da musst du mal reinhören sondern bei unserem Konzert oder den Konzerten zu Devotion haben wir das auch zusammen gesungen und performant
Tim
01:53:54
ja, toller Song tolles Duett David Byrne von Talking Hats Anna Calvi, sehr zu empfehlen tolle, tolle Musiker ja, das ist unser Auswahl
Steve
01:54:07
ok nein, ganz vielen Dank jetzt die absolut glaube ich absolut allerletzte Frage weil die ist ganz wichtig natürlich es gibt ja schon Musik von euch, haben wir schon gehört wann sind die Saints denn verfügbar
Tim
01:54:28
drei Songs sind fertig drei Songs werden jetzt nach der Hochzeit fahren wir noch mal kurz weg dann würde ich mich an die Arbeit machen für die nächsten drei Songs
Tinka
01:54:37
1. Dezember
Tim
01:54:40
ok,
Tinka
01:54:41
dann sagen wir hiermit setzen wir uns selber die Deadline am 1.
Tim
01:54:45
6. Dezember.
Tinka
01:54:48
Am 6.12.26 werden die Saints erscheinen
Tim
01:54:53
ja, das ist jetzt hier
Steve
01:54:56
exklusiv revealed hier bei Schwarzgesagt endlich haben wir mal richtige News
Gatto Nero
01:55:03
ansonsten kann man es dich ja verfolgen auf eurem Insta-Account wollt ihr ruhig nochmal Werbung machen wo man euch überall findet
Tinka
01:55:12
sehr gerne ihr könnt natürlich gerne unsere Musik bei Bandcamp hören und auch gerne was spenden wenn ihr möchtet und könnt dann sind wir aber auch auf den üblichen Plattformen vertreten von Spotify über Youtube Music und so weiter Facebook
Tim
01:55:29
jetzt nicht mehr
Tinka
01:55:29
Facebook sind wir nicht mehr ausgründen
Tim
01:55:33
und
Tinka
01:55:33
bei Instagram sind wir auch noch momentan nicht so aktiv aber schon so regelmäßig im Sinne von sobald es etwas Neues gibt Album, Tourdaten wird das sofort dort erscheinen
Tim
01:55:47
ja, die Schwarzesrauschen-Seite wurde leider gehackt
Tinka
01:55:52
die
Tim
01:55:52
Webseite und da fehlt gerade ein bisschen die Zeit und wir haben gesagt wenn die Platte so langsam in den letzten Zügen ist dann wollen wir das alles wieder aufbauen
Tinka
01:56:04
ja, ab dann findet man uns auch wieder unter schwarzesrauschen.art wie die Kunst Herzlichen Dank
Steve
01:56:13
Dankeschön Tim, es war super super spannend und herzlich mit euch zu sprechen es war wieder ein Podcast der schon bei der Aufnahme wirklich im Flug verging und ich freue mich jetzt schon darauf Kontrolle zu hören weil das einfach ein rundes Bild ist mit euch also ganz ganz vielen vielen Dank für die schöne Zeit mit euch und dafür, dass ihr uns und unseren Zuhörenden eure Kunst nahe gebracht habt
Tinka
01:56:40
vielen vielen Dank für die Einladung es hat ganz viel Spaß gemacht und ja, es war super schnell vergangen sehr sehr kurz, weil es
Gatto Nero
01:56:48
kam
Tinka
01:56:49
ja irgendwie vor wie eine halbe Stunde Wahnsinn, das war für mich irgendwie der kürzeste Podcast vom Gefühl her und es hat sich auch sofort so nach Wohnzimmer angefühlt und als würde ich euch schon kennen und es war so oh ja, endlich unterhalten wir uns mal wieder
Steve
01:57:05
wie schön ganz vielen Dank dann entlassen wir euch in den Berliner Abend und wünschen selbstverständlich alles Gute für die bevorstehende Hochzeit und den kleinen Ausflug danach macht es gut und ja, wir beide sagen dann glaube ich gemeinsam einmal bis in 2 Wochen macht es gut bis dahin,
Gatto Nero
01:57:30
tschüss tschüss tschüss Schwarzgesagt der Szene Podcast ist eine unabhängige Produktion von Gatto Nero, Steve von Schwarzgesagt und Mike von der Szene für die Szene
Steve
01:58:48
wenn euch die Folge gefallen hat schreibt uns gerne einen Kommentar wir freuen uns von euch zu hören
Gatto Nero
01:58:54
und vergesst nicht uns eine Bewertung da zu lassen am liebsten 5 Sterne damit helft ihr uns noch mehr Menschen in der Szene zu erreichen
Steve
01:59:03
empfehlt unseren Podcast auch weiter an Freunden, Freunde und alle die genauso schwarz fühlen wie ihr
Gatto Nero
01:59:09
auf Instagram findet ihr uns unter schwarzgesagt dort seid ihr immer direkt mit uns verbunden schwarzgesagte Grüße von Gatto Nero, Steve und
Steve
01:59:20
Mike in der Technik bis zur nächsten Folge